Zum Inhalt springen
VG Wort tracking pixel

Alltagsmythen im Check

„Schtimmt dees?“: Rhabarber ist giftig

Wissen Lesedauer: 2 min

Für Rhabarber-Fans sind die Monate April bis Juni echte Highlights. Denn dann kann das Knöterichgewächs geerntet werden. Aber Stopp! Rhabarber soll doch giftig sein. Schtimmt dees?
Veröffentlicht:
Aktualisiert:

Artikel teilen:

Kuchen, Marmelade und Kompott: Für Rhabarber-Fans sind die Monate April bis Juni echte Highlights. Zwar wächst das Gemüse mit den roten Stängeln auch nach Juni weiter vor sich hin. Einer alten Bauernregel zufolge, darf der Rhabarber nach dem 24. Juni, dem Johannistag, aber nicht mehr geerntet werden. Zwar handelt es sich hierbei lediglich um eine grobe Richtlinie. Aber diese hat tatsächlich gute Gründe.

Der Übeltäter heißt "Oxalsäure"

Rhabarber enthält Oxalsäure. Das Problem: Ein großer Oxalsäuregehalt im Körper führt dazu, dass Eisen, Magnesium und Calcium nicht mehr ausreichend aufgenommen werden können. Bauchschmerzen und Übelkeit sind typische Anzeichen einer Vergiftung durch Oxalsäure. Aber auch Krankheiten wie Rheuma, Gicht oder Arthrose können durch einen hohen Oxalsäurewert im menschlichen Körper verstärkt werden.

„Schtimmt dees?“

„Schtimmt dees?“

Hier finden Sie noch mehr kuriose Behauptungen und Alltagsmythen im Check. Mal stimmen sie, mal sind sie reiner Unsinn.

Die Substanz ist zwar überall im Rhabarber nachzuweisen, allerdings in unterschiedlich hohen Dosen. Der höchste Wert befindet sich in den Blättern, weshalb tunlichst darauf verzichtet werden sollte, diese zu verzehren. 

Die Dosis macht das Gift

Eine wesentlich geringere Konzentration von Oxalsäure ist in den roten Stängeln vorhanden. Der Genuss von Rhabarber als Kuchen, Marmelade oder Kompott in normalen Portionen gilt als unbedenklich. Sogar ein Biss in den rohen Stängel ist nicht weiter gefährlich. Das ändert sich allerdings im Hochsommer.

Durch die immer länger werdenden Tage und die steigenden Temperaturen, erhöht sich auch die Konzentration der Oxalsäure in den Rhabarberstangen, weshalb spätestens ab dem 24. Juni mit der Ernte Schluss sein sollte.

Rhabarber hat auch viele gesunde Eigenschaften

Abgesehen von der Oxalsäure hat Rhabarber viele positive Auswirkungen auf den Körper, denn er ist reich an Mineralstoffen wie Eisen, Kalzium, Kalium und Phosphor. Daneben stecken auch Vitamin C und Ballaststoffe wie Pektin in den Stängeln. Das Pektin wirkt sich positiv auf den Darm und die Verdauung aus und regt das Wachstum wichtiger Bakterien an. Somit gilt Rhabarber als Hausmittel bei Verstopfung.

Es stimmt: Rhabarber kann tatsächlich giftig sein. Schuld daran sind die langen Tage und hohe Temperaturen im Sommer.
Bild vergrößern
Es stimmt: Rhabarber kann tatsächlich giftig sein. Schuld daran sind die langen Tage und hohe Temperaturen im Sommer. (Foto: David Weinert, Stefanie Czuday)