Radtouren am Bodensee
Bodenseeschlaufen
Friedrichshafen • Lesedauer: 5 min

Die Hopfenschlaufe - vom Schwäbischen Bodensee nach Tettnang
Radler können die 42-Kilometer-Runde am Bodenseeufer starten oder gleich am Hopfenpfad im Tettnanger Ortsteil Siggenweiler. Im Museum des „Hopfengut No.20“ erfährt der Besucher so manch Interessantes über die Kulturpflanze, die unserem Bier herbe Würze und Aroma verleiht. Im angeschlossenen Gasthof lässt sich auch direkt eine Kostprobe nehmen. Aber vielleicht sollten Radler lieber bis zum Tourende damit warten? Weiter geht es nach Brünnensweiler. Bei klarer Sicht lohnt ein Abstecher zu Fuß auf die Brünnensweiler Höhe, um das Alpenpanorama in voller Breite zu genießen. Ab Laimnau folgen wir dem malerischen Flusslauf der Argen Richtung Bodensee. In Gießen fällt der Blick auf ein ehemaliges Wasserschloss aus dem 13. Jahrhundert. Kurz vor dem Bodensee rollen wir über die historische Kabelhängebrücke nach Langenargen. Ab dem Schloss Montfort geht's auf dem Bodensee-Radweg ins Eriskircher Ried, dem größten Naturschutzgebiet am nördlichen Bodensee. Das Naturschutzzentrum im Bahnhof Eriskirch ist ein spannender Stopp - auch für Kinder. Durch Obstplantagen, Hopfengärten und den Seewald Friedrichshafen gelangen wir ins Schussental, wo wir den Fluss auf einer alten holzgedeckten Brücke überqueren. Danach kommt auch bald Tettnang wieder in Sicht.
Die Drei-Schlösser-Tour - durch die ehemalige Grafschaft Montfort-Tettnang
Direkt am See vor der illustren Kulisse des Schlosses Montfort in Langenargen steigen wir aufs Rad. Die ersten Kilometer weist uns der Bodensee-Radweg durchs Naturschutzgebiet Argen, dann geht es über die alte Kabelhängebrücke weiter nach Kressbronn. Im östlichsten baden-württembergischen Städtchen am Bodensee biegen wir weg vom See ins hügelige Hinterland. Kleine Orte und kleine Seen stehen auf dem folgenden Programm: Sie heißen Nitzenweiler, Wielandsweiler, Oberwolferstweiler, Echetweiler und Siebratsweiler bzw. Schleinsee und Muttelsee. In Achberg lohnt sich ein Besuch des Schlosses mit seinen Meisterwerken barocker Stuckateurskunst. Zwischen Isigatweiler und Haslach versteckt sich im Wald der Zusammenfluss von Unterer und Oberer Argen. Hinter Haslach schlängeln wir uns durch Naturschutzgebiete und Orte wie Ebersberg, Achmühle und Buch und weiter bis Prestenberg und Siggenweiler. Am Neuen Schloss Tettnang biegen wir schließlich auf die sogenannte Montfort-Achse durch den im Sommer angenehm kühlen Tettnanger Wald nach Langenargen, wo wir nach 56 Kilometern wieder am Ziel sind.
Zwei Länder-Tour in die Schweiz - mit Rad und Schiff
Seeluft schnuppern ist angesagt! Und Windjacke nicht vergessen! Die 65 Kilometer-Runde beginnt mit einer erfrischenden Schifffahrt inklusive schönem Alpenblick von Friedrichshafen quer über den See in die Schweiz nach Romanshorn. Auffälligstes Gebäude der Stadt ist die neoromanische Kirche St. Johannes von 1913. Nach dem Passieren der alten Kontorhäuser am Hafen starten wir Richtung Westen auf dem Bodensee-Radweg. Hier ist oft deutlich weniger Betrieb als auf der deutschen Seite. Uttwil, Kesswil und Güttingen sind nette Thurgauer Bauerndörfer, die vom See wie den für die Region so charakteristischen Apfelplantagen und Streuobstwiesen geprägt sind. In Konstanz müssen wir uns unbedingt etwas Zeit für die historische Altstadt nehmen, bevor wir im nahen Staad die kurze Fährfahrt nach Meersburg antreten. Meersburg, die ehemalige Residenzstadt der Konstanzer Bischöfe, ist eine der schönsten und meistbesuchten Städte am Bodensee. Hier kann man gerne auch einen längeren Stopp einplanen, etwa zur Besichtigung des Fischerviertels und der Burg sowie der beiden Schlösser. Die Region um Meersburg und Hagnau ist übrigens auch bekannt für ihren guten Weißwein. Bei Immenstaad wechselt das Landschaftsbild wieder von Weingärten zu Obstplantagen. Wer keine Lust mehr hat auf Radeln, kann die letzten Kilometer nach Friedrichshafen wieder mit dem Schiff zurücklegen.
Die Leiblachtal-Runde - kleiner Ausflug von Lindau nach Hergensweiler
Los geht's am Damm zur Inselstadt Lindau. Wer das Städtchen nicht kennt, sollte unbedingt einen Abstecher hinüber zum Hafen und in die historischen Gassen einplanen. Zeitlich ließe sich das auf dieser Tour gut einbauen, da die Strecke mit 25 Kilometern nicht allzu lang ist. Ansonsten schwenken wir auf den Bodensee-Königssee-Radweg ein und orientieren uns Richtung Allgäu. Die Leiblach ist der Grenzfluss zwischen dem österreichischen Vorarlberg und Bayern. Wo bis 2004 noch Pass- und Zollkontrollen stattfanden, kann man heute problemlos über die Brücken zwischen Deutschland und Österreich pendeln. Das Naturjuwel Leiblach ist der Lebensraum für einige gefährdete Fisch-, Tier- und Pflanzenarten. Auf Höhe von Bad Diezlings lohnt sich ein kurzer Ausflug nach Vorarlberg. Dort schrieb der Schriftsteller Norbert Jacques 1920 seinen Roman „Dr. Mabuse“. Am Wendepunkt unserer Tour in Hergensweiler empfiehlt sich eine Rast in einem der traditionellen Westallgäuer Gasthäuser. Bei der Weiterfahrt öffnen sich immer wieder schöne Weitblicke auf Bregenz und den Bodensee. Der naturbelassene Schlachterner Weiher lädt je nach Jahreszeit zu einem kühlen Bad ein. Die vielfältige Kulturlandschaft der Region mit ihrem Schwerpunkt auf Obstgärten und -plantagen bildet die Kulisse für unsere Tour wieder zurück an den Bodensee.
Durchs Hinterland von Meersburg
Los geht der 39-Kilometer-Ausflug am Bodensee in Meersburg oder Stetten. Der See ist bald außer Sichtweite und wir kurven durch Felder und Apfelplantagen nach Ahausen. Im nahen Bermatingen fallen die vielen gut erhaltenen Fachwerkhäuser ins Auge. Weiter geht es nach Salem. Der Ort ist nicht nur für sein Promi-Internat bekannt, sondern genauso für sein Kloster. Kloster Salem zählt zu den beeindruckendsten Kulturdenkmälern am Bodensee. Nun folgen wir der Schwäbischen Bäderstraße vorbei am Klosterweiher. Wir radeln durch das Vogelschutzgebiet Bodensee Hinterland Richtung Mülhofen zum nicht alltäglichen Traktormuseum. Hier werden nicht einfach nur alte Traktoren und Autos ausgestellt. Es warten Themenlandschaften zu den jeweiligen „Traktor-Jahren“. Die ausgestellten Zugmaschinen werden angereichert durch viele Sammlerstücke aus der entsprechenden Zeit. Ach ja, ein einladendes Gasthaus für eine ausgiebige Pause gibt es im Museum auch. Von Mühlhofen führt die Strecke nach Uhldingen am Bodensee. Gemütlich radeln wir dann am Ufer zurück nach Meersburg. Alternativ-Tipp: Wer nicht wieder am See entlang radeln will, der gelangt auch über Daisendorf zurück nach Meersburg. Wer in Stetten gestartet ist, hat fürs Finale noch ein paar wenige Höhenmeter durch die Weinberge vor sich.