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Rund um Stuttgart

Suchspiel auf dem Wasser

Mit den „Öko-Kajaks“ vom Verleih „Die Zugvögel“ kann man rund um Stuttgart durchs Grüne paddeln, um Müll zu sammeln. Eine Familientour.  

Stuttgart Lesedauer: 3 min


Veröffentlicht: Uhr
(Aktualisiert: Uhr)

Der Ball lässt sich nicht so leicht fangen. Er tanzt widerspenstig zwischen den in die Enz hängenden Ästen, aber die kleine Greta gibt nicht auf. Eine fröhliche Verfolgungsjagd beginnt. Das grüne Öko-Kajak „Lubi“, das wie ein Krokodilkind aussieht, schwimmt mit Greta ins Dickicht, das Mädchen lacht beim Paddeln. Die Grundschülerin steuert heute zum ersten Mal allein ein Boot, und sie ist sichtlich stolz, wie gut das schon klappt. Schließlich bekommt sie doch noch den roten Ball zu fassen und hievt ihn ins Boot. Die anderen Familienmitglieder klatschen Beifall – so macht Müllsammeln Spaß!

Drei Stationen mit dem Öko-Kajak

Greta ist mit ihrem kleinen Bruder Henri und ihren Eltern rund ums Viadukt in Bietigheim-Bissingen unterwegs. Die vier entdecken die Natur und suchen nach Müll auf dem Wasser. Viel finden sie nicht, aber das ist ja auch gut so. Die Enz in Bietigheim-Bissingen ist recht sauber, und das Angebot vom Wassersportgeräteverleih „Die Zugvögel“ macht sie noch ein bisschen müllfreier.

An drei der insgesamt sieben Stationen an Enz, Neckar und Rems kann man sich kostenlos ein Öko-Kajak ausleihen und mit einer langen Zange und Sammeltonne losziehen. Reservierungen nimmt der Verleih dafür nicht entgegen. Am besten ruft man spontan an und fragt nach, ob das Öko-Kajak in Bietigheim-Bissingen, in Weinstadt-Endersbach oder Ludwigsburg gerade frei ist. Wer als Familie startet, mietet einfach noch normale Kanus dazu.

„Wir haben im Frühjahr oft Clean-ups am Neckar, und die kommen gut an“, berichtet „Zugvögel“-Chefin Anna Bröll. „Aber wir möchten Familien und Paddlern auch ermöglichen, allein auf Tour zum Müllsammeln zu gehen.“  Bröll hat das mittelständische Traditionsunternehmen vor einigen Jahren übernommen.

Grüner Dschungel an der Enz

Man sollte sich nicht wundern, wenn auf den Flüssen in der Region auch mal ein Waterbike vorbeifährt oder das Riesen-SUP auftaucht. Auf ihm haben neben bis zu vier Rollstühlen auch noch Stehpassagierinnen Platz. Bröll sagt: „Wir freuen uns, das vom Deutschen Rollstuhl-Sportverband entwickelte SUP als erster Tourenanbieter in Baden-Württemberg einsetzen zu dürfen. Das Tolle ist, dass mit dem SUP Menschen mit und ohne Einschränkungen gemeinsam Sport machen können.“

Unsere Familie mäandert mittlerweile im grünen Dschungel der Enz – das macht Spaß, weil außer ein paar Paddelbooten und Entenfamilien niemand unterwegs ist. Es geht gegen die sanfte Strömung, und es wird von Minute zu Minute leiser. Hier hört man nur noch das Vogelgezwitscher. Henri angelt nach einer Flasche, Papa Marco manövriert den Jungen zielsicher bis zum Fundstück. Greta und ihre Mama nehmen eine kleine Frauenauszeit, sie paddeln nebeneinander und quatschen.

Schwimmwesten müssen sein.
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Schwimmwesten müssen sein. (Foto: Gregor Lengler)

„Es ist immer wieder überraschend“, erzählt Bröll, „was man alles finden kann. Sie zählt auf: Fahrräder, Reifen, Autobatterien. Nicht alles sei mit Absicht in den Fluss geworfen worden, manche Dinge holt sich die Enz auch vom Ufer. Oder der Wind fegt Plastikverpackungen ins Wasser. Vater und Sohn ziehen ein marodes Kinderplanschbecken ins Kajak.

Nach zwei Stunden lassen die Kräfte in den Kinderarmen nach. Zurück geht’s mit der Strömung. Krokodil Lubi hat im Mülleimer-Anhänger den roten Ball. Steuerfrau Greta legt an der kleinen Steintreppe an, als ob sie nie etwas anderes gemacht hätte. Henri zählt die Plastikflaschen in der Sammeltonne. Und die Eltern hatten eine gute Zeit mit den beiden. (sz)

Weitere Informationen unter www.diezugvoegel.de