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Photovoltaikanlage Kosten im Fokus: Planung, Investition und langfristige Ersparnisse

Ein Beitrag von: Energieagentur Ravensburg GmbH

Photovoltaikanlagen als Schlüssel zur nachhaltigen Energiegewinnung – Doch welche Kosten erwarten Interessenten wirklich? Hier erhalten Sie einen umfassenden Einblick.
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In Zeiten steigender Energiepreise und wachsenden Umweltbewusstseins gewinnt die eigene Energieerzeugung mittels Photovoltaikanlagen immer mehr an Bedeutung. Sie bieten nicht nur die Möglichkeit, aktiv zum Klimaschutz beizutragen, sondern auch langfristig Energiekosten zu senken. Allerdings ist die Stromerzeugung mit Photovoltaik auch mit Kosten verbunden.

Photovoltaikanlagen im Überblick

Gut zu wissen:

Unterschied Photovoltaik & Solar

Der wesentliche Unterschied zwischen Photovoltaik (PV) und Solarthermie liegt darin, dass Photovoltaikanlagen elektrische Energie erzeugen, während Solaranlagen für die Erwärmung von Wasser zuständig sind. Beide Technologien nutzen die Energie der Sonne.

Photovoltaikanlagen wandeln Sonnenlicht direkt in elektrische Energie um. Kernstück jeder Anlage sind die sogenannten Solarzellen. Diese sind meist aus Silizium gefertigt und in Solarmodulen zusammengefasst, welche wiederum zu größeren Einheiten, den Solarmodul Arrays, verbunden werden. Wenn Sonnenlicht auf die Zellen trifft, wird durch den photoelektrischen Effekt eine Spannung erzeugt und es fließt Strom.


Faktoren, die die Kosten von PV-Anlagen beeinflussen

Die Gesamtkosten einer Photovoltaikanlage setzen sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Hierzu zählen:

<strong>Größe der Anlage</strong>:

Größe der Anlage:

Die Fläche der installierten Solarmodule beeinflusst unmittelbar die Gesamtkosten. Größere Anlagen benötigen mehr Module und haben dadurch höhere Anschaffungskosten. Jedoch kann eine größere Anlage höhere Energieerträge liefern.

Leistung der Solarmodule:

Nicht jedes Solarmodul hat den gleichen Wirkungsgrad. Hochleistungsmodule können mehr Strom pro Flächeneinheit produzieren.

<strong>Art der Montage:</strong>

Art der Montage:

Ob die Module auf einem Flachdach, einem Schrägdach oder als Freiflächenanlage installiert werden, hat Auswirkungen auf die Montagekosten. Spezielle Montagesysteme oder aufwändige Unterkonstruktionen können den Preis in die Höhe treiben.

Standort:

Die geographische Lage und die spezifischen Bedingungen des Standorts (wie Sonneneinstrahlung, Neigung und Ausrichtung des Daches) können die Erträge einer Anlage beeinflussen und somit die Amortisationszeit verändern.

Zusätzliche Komponenten:

Wechselrichter: Dieses Gerät wandelt den erzeugten Gleichstrom der Solarmodule in Wechselstrom um, der ins Stromnetz eingespeist oder für den Eigenverbrauch genutzt werden kann. Je nach Qualität und Leistungskapazität variieren die Kosten.

Speicherlösungen: Um den selbst erzeugten Solarstrom auch nach Sonnenuntergang nutzen zu können, investieren viele in Batteriespeichersysteme. Diese Speicher stellen eine zusätzliche Investition dar, können jedoch die Eigenverbrauchsquote und damit die Wirtschaftlichkeit der Anlage erhöhen.


Kosten für Photovoltaikanlagen mit und ohne Speicher

Kosten pro Kilowattpeak (kWp)

Ein weiteres wichtiges Kriterium bei der Beurteilung der Kosten einer Photovoltaikanlage ist der Preis pro Kilowattpeak. Er gibt an, wie viel eine Anlage kostet, um eine Leistung von einem Kilowatt zu erzeugen. Dieser Wert hilft, Anlagen unterschiedlicher Größenordnungen vergleichbar zu machen. Aktuell liegen die PV-Kosten pro kWp im Durchschnitt bei 1.600 bis 2.500 €.

Wenn Sie über den Einbau einer Dach-Photovoltaikanlage für Ihr Einfamilienhaus nachdenken, sollten Sie mit Kosten zwischen 1.600 € bis 2.500 € pro kWp rechnen, inklusive Montage und Einbau. Bei einer Leistung von 10 kWp liegen die Kosten allerdings schnell bei rund 20.000 €. Für viele ist dies zweifellos eine beachtliche Investition.

Denken Sie zudem über die Integration eines Stromspeichers nach: dessen Preise variieren zwischen 5.000 € und 10.000 €. Entscheiden Sie sich für eine Photovoltaik-Anlage samt Speicher, liegen die Gesamtkosten zwischen 20.000 € und 30.000 € für ein Einfamilienhaus. Dieses System bietet den Vorteil, dass Sie große Teile Ihres Eigenverbrauchs decken können, da sie Strom bspw. für den Abend speichern, wo keine Sonne scheint.

Es gibt jedoch auch kostengünstigere Alternativen, wie die Stecker-Solaranlagen. Diese werden häufig als Balkonkraftwerke oder Mini-PV-Anlagen bezeichnet und ermöglichen es Ihnen, für deutlich weniger als 1.000 € ein komplettes Set zu erwerben. Dieses Set, bestehend meist aus zwei Modulen und einem Wechselrichter, können Sie selbst installieren und direkt über eine herkömmliche Schuko- oder Wieland-Steckdose in Betrieb nehmen und damit Ihren Eigenbedarf zum Teil decken.


Finanzielle Vorteile durch PV-Anlagen

Photovoltaikanlagen bieten nicht nur den Vorteil, umweltfreundlich und nachhaltig Strom zu erzeugen, sondern stellen auch eine attraktive finanzielle Investition dar. Hier sind die Hauptgründe, warum sich der Einsatz einer Photovoltaikanlage finanziell auszahlen kann:

  • Stromkosteneinsparung: Indem Sie einen Teil oder gar den gesamten benötigten Strom selbst erzeugen, reduzieren Sie Ihre Stromrechnung beträchtlich. Gerade in Zeiten steigender Energiepreise kann dies einen erheblichen Kostenvorteil darstellen.
  • Einspeisevergütung: Für den Solarstrom, den Sie nicht selbst nutzen und ins öffentliche Netz einspeisen, erhalten Sie eine Vergütung. Diese sogenannte Einspeisevergütung bietet Ihnen eine zusätzliche Einnahmequelle und trägt dazu bei, die Investitionskosten der Anlage schneller zu amortisieren.
  • Selbstnutzung des erzeugten Stroms: Der selbst produzierte Strom kann direkt im eigenen Haushalt oder Betrieb genutzt werden. Je höher der Eigenverbrauch, desto unabhängiger wird man von externen Stromanbietern und deren Preisentwicklungen.
  • Umsatzsteuerfreiheit: PV-Anlagen bis 30 kWp sind seit 01.01.2023 von der Umsatzsteuer befreit und die Kosten für die Anschaffung günstiger geworden. Damit ist der bürokratische Aufwand deutlich reduziert worden.
  • Einkommensteuerfreiheit: Neben der Umsatzsteuerfreiheit sind seit 2022 im Normalfall auch Anlagen bis zu einer Größe von 30 kWp von der Einkommensteuer befreit. Somit entfallen die Erstellung der Einnahme-Überschuß-Rechnung (EÜR) und die Besteuerung der Einnahmen aus der PV-Anlage.
  • Amortisation der Investition: Wenn das Gebäude für eine PV-Anlage geeignet ist, können die Ersparnisse bei den Stromkosten und die Einnahmen aus der Einspeisevergütung dazu führen, dass sich die Anfangsinvestition innerhalb von 10 bis 15 Jahren amortisiert. Betrachtet man die Tatsache, dass die Lebensdauer einer Photovoltaikanlage mindestens 20 Jahre beträgt, wird klar, dass nach der Amortisationszeit noch viele Jahre finanzieller Gewinn durch die Anlage erzielt werden kann.

Planung einer PV-Anlage

Bevor man eine Photovoltaik-Anlage installiert, sind eine gründliche Planung und eine umfassende Informationsbeschaffung unerlässlich. Es ist auch wichtig, genaue Vorstellungen darüber zu haben, welche Anforderungen Ihre PV-Anlage erfüllen soll. Dies beinhaltet Fragen zur Größe der Anlage, zum erwarteten Stromertrag und zum Budget. Hier sind einige wichtige Aspekte, die Sie in Betracht ziehen sollten:

Wer installiert eine Photovoltaik-Anlage?

Die Installation einer Photovoltaik-Anlage sollte von einem qualifizierten Fachbetrieb durchgeführt werden. Diese Betriebe haben das notwendige Know-how und die Erfahrung, um sicherzustellen, dass die Anlage effizient und sicher arbeitet. Bei der Auswahl eines Installationsbetriebes ist es ratsam, mehrere Angebote einzuholen und auf Zertifikate oder Referenzen zu achten.

Sicherheit und Effizienz bei der Photovoltaik-Installation: Qualifizierte Fachbetriebe gewährleisten optimale Leistung. Vergleichen Sie Angebote und prüfen Sie Zertifikate.
Sicherheit und Effizienz bei der Photovoltaik-Installation: Qualifizierte Fachbetriebe gewährleisten optimale Leistung. Vergleichen Sie Angebote und prüfen Sie Zertifikate. (Foto: Canva)

Wann lohnt sich eine Photovoltaik-Anlage?

Die Investition in eine PV-Anlage lohnt sich insbesondere dann, wenn:

  • Ihr Dach eine gute Sonneneinstrahlung ohne wesentliche Verschattungen aufweist.
  • Der aktuelle und zukünftige Stromverbrauch ermöglicht eine rentable Nutzung der Anlage.
  • Sie planen, langfristig in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus zu wohnen, da sich die Anlage meist erst nach einigen Jahren amortisiert.

Wie groß sollte die Photovoltaik-Anlage sein?

Die Größe der Anlage sollte sich nach dem eigenen Stromverbrauch und den baulichen Gegebenheiten richten. Eine genaue Bedarfsanalyse ist hier sinnvoll. Bei der Planung sollten auch zukünftige Entwicklungen, wie die Anschaffung eines Elektroautos oder der Einbau einer Wärmepumpe berücksichtigt werden.

Finanzierungsoptionen für Photovoltaikanlagen

Eine der zentralen Herausforderungen beim Nachrüsten einer Photovoltaikanlage ist die Finanzierung. Doch durch die Kombination aus verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten und staatlichen Förderungen kann auch diese Hürde einfach gemeistert werden.

Photovoltaikanlagen sind eine lohnenswerte Investition

Bei der Installation einer Photovoltaikanlage ist eine gründliche Vorplanung essentiell. Dazu gehören die Prüfung baulicher Voraussetzungen und geltender Vorschriften. Bei der Auslegung der Anlage sollte nicht nur der aktuelle Stromverbrauch berücksichtigt werden, sondern auch zukünftige Verwendungen wie Wärmeanwendungen oder das Laden von E-Autos. Die Finanzierung kann durch Eigenkapital, Zuschüsse oder verschiedene Kreditmodelle erfolgen, wobei eine umfassende Beratung und der Vergleich von Konditionen ratsam ist. Photovoltaikanlagen bieten somit langfristig die Möglichkeit, Energiekosten einzusparen und tragen maßgeblich zum Umweltschutz bei.


Für den Inhalt dieses Artikels ist verantwortlich:

Energieagentur Ravensburg GmbH
Zeppelinstraße 16
88212 Ravensburg