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Heizung / Energie

4 Jahre Infrarotheizung: der Erfahrungsbericht einer Familie

Ratgeber / Lesedauer: 4 min

Familie Kämpf erzählt, wie sie mit einer Infrarotheizung ihr Haus effizient heizt und dabei monatlich weniger als 30 Euro für Heizung, Warmwasser und Strom bezahlt.
Veröffentlicht:06.11.2023, 20:29
Aktualisiert:03.01.2024, 11:16

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Das Einfamilienhaus der Familie Kämpf in der Nähe von Münsingen in Baden-Württemberg wirkt von außen wie ein ganz normales Haus. Doch was die Heizungstechnik angeht, die die Familie im Hausbau im Jahr 2018 gewählt hat, ist alles andere als gewöhnlich. Insgesamt neun Infrarotheizungen sorgen dafür, dass das gesamte Haus dauerhaft angenehme 22 Grad hat. Eine konventionelle Heizung gibt es nicht.

Die Idee kam damals vom Bauberater einer Fertighausfirma, der ihnen das Haus verkauft hat. Er schlug vor, eine Infrarotheizung auszuprobieren, und erklärte, wie sie funktioniert. Diese Idee hat die Familie Kämpf so sehr überzeugt, dass sie sich dazu entschieden haben, auf herkömmliche Heizmethoden zu verzichten.

Entscheidung: Infrarotheizung sorgt für Kopfschütteln?

Die Entscheidung, ein Haus ohne konventionelle Heizung zu bauen, stieß anfangs auf Kopfschütteln und ungläubige Reaktionen von Freunden. Damals war das System noch weniger bekannt als heute, und die Vorstellung, wie es funktioniert, bereitete vielen Rätselraten. „Ein Freund meinte sogar scherzhaft, dass wir im Winter zu ihm kommen können, um sich am Kachelofen aufzuwärmen“, schmunzelt Hausbesitzer Peter Kämpf.

Die Familie Kämpf war jedoch von ihrer Entscheidung überzeugt und verfolgte ihr Ziel unbeirrt weiter. Heute sind im gesamten Haus nur neun Heizungsmodule verbaut, und der gesamte Energiemix für Heizung, Warmwasser und Strom kostet die Familie pro Monat weniger als 30 Euro.

Funktionsweise der Infrarotheizung

„Unsere Infrarotheizung funktioniert nach dem Prinzip der Sonne“, erklärt Hanspeter Haller von Haller Energiefreiheit in Riedlingen. Die Wärme von der Heizung würde sich wie ein Energieball im ganzen Raum verteilen. So werde die gesamte Fläche gleichmäßig erwärmt. „Wenn Sie die Heizung auf 22 Grad einstellen, wird die Wärme sofort spürbar, weil die direkte Strahlung eintritt. Wenn die Heizung ausgeschaltet wird, strahlt die Infrarotheizung weiter, bis alles gleichmäßig warm ist“, ergänzt Haller.

Richtige Planung für niedrige Energiekosten

Haller betont die Bedeutung einer genauen Planung und Platzierung der Infrarotmodule, um das beste Ergebnis zu erzielen. „Die Sonne strahlt von außen herein, daher ist es wichtig, die Heizungen an den Außenwänden zu platzieren. Dies gewährleistet, dass die Wärme gleichmäßig im Raum verteilt wird.“

Er fährt fort: „Es ist ein häufiger Fehler zu denken, dass die Decke die beste Platzierung für Infrarotheizungen ist. Dies ist nicht der Fall, da die Strahlung zu intensiv wird, wenn man direkt darunter sitzt. Die Infrarotstrahlung sollte im Winkel von 160 Grad unter dem Tisch verlaufen, um den Boden und die Wände zu erwärmen.“

Infrarotheizung: die Kosten für die Heizung im Haus

Ein wesentlicher Vorteil der Infrarotheizung ist, dass sie bei den Investitionskosten günstiger ist als herkömmliche Heizsysteme. Die Familie Kämpf hat ein 150 Quadratmeter großes Haus, und die Kosten für die neun Infrarotheizungen betrugen etwa 10.000 Euro.

Peter Kämpf erzählt: „Die Investition hat sich definitiv gelohnt. Wir haben unsere Heizkosten gesenkt, und das Haus wird gleichmäßig beheizt. In unserem großen Wohnzimmer, das fast 40 Quadratmeter groß ist, benötigen wir nur zwei Heizungen, um die gewünschte Wärme zu erzeugen.“

Kombination mit PV-Anlage bringt Vorteile

Die Kombination aus Infrarotheizungen, Photovoltaikanlagen und Stromspeichern bietet die Möglichkeit, nicht nur Wärme, sondern auch Strom zu erzeugen, was die Gesamtkosten weiter senken kann. Das bedeutet, dass die Anlage nicht nur Wärme erzeugt, sondern auch Strom, der ins Netz eingespeist oder für den Eigenverbrauch genutzt werden kann, produziert.

Hanspeter Haller erklärt: „Diese Systeme sind nicht nur für Neubauten interessant, sondern auch für bestehende Gebäude. Selbst historische Gebäude können von dieser Technologie profitieren. Die Infrarotheizung verbessert das Raumklima, da sie die Luftfeuchtigkeit auf einem angenehmen Niveau hält und somit Schimmelbildung verhindert.

Fazit nach vier Jahren Infrarotheizung

Die Familie Kämpf schätzt vor allem das gleichmäßige Wohlfühlklima, das die Infrarotheizung in ihrem Haus schafft. Peter Kämpf sagt: „Das Besondere ist tatsächlich dieses Wohlfühlklima im Haus. Überall ist die Wärme gleichmäßig verteilt, weil alle Körper im Raum erwärmt werden. Sogar der Tisch, die Wände und der Boden sind warm. Das empfindet der Körper als sehr angenehm, und wir haben überall im Raum die gleiche Temperatur.“