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Rasen düngen: Frühjahr ist der beste Zeitpunkt

Ratgeber / Lesedauer: 6 min

Wie düngt man den Rasen richtig? Denn beim Rasendüngen können Sie tatsächlich jede Menge falsch machen. Hier kommen unsere Tipps für den perfekten Rasen.
Veröffentlicht:12.05.2023, 10:58
Aktualisiert:05.06.2023, 13:09

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Ein schöner Rasen, sattgrün und dicht – ein Traum, der wahr werden kann. Nach dem Winter hat der Rasen oft kahle oder braune Stellen, Moos und Unkraut haben sich breitgemacht. Höchste Zeit, auf den betroffenen Flächen neu auszusäen und den Rasen wieder auf Vordermann zu bringen. Dafür sollten Sie bereits im Frühjahr den Rasen düngen. Wir beantworten hier die wichtigsten Fragen, wann und wie Sie Ihren Rasen im Frühjahr richtig düngen.


Warum muss der Rasen im Frühjahr gedüngt werden?

Die richtige Rasenpflege macht’s: Wenn Sie einen schönen Rasen im Garten haben möchten, kommen Sie ums Düngen im Frühjahr nicht herum. Das ständige Mähen raubt Ihrem Rasen Kraft. So haben es unerwünschte Unkräuter leichter, sich auf dem Boden auszubreiten. Wenn Sie Ihren Rasen richtig düngen, beugen Sie damit außerdem verschiedenen Rasenkrankheiten wie Pilzbefall vor.

Richtige Rasenpflege im Frühjahr
Richtige Rasenpflege im Frühjahr (Foto: Frank Rumpenhorst)

Wann sollte ich den Rasen düngen?

Starten Sie zwischen Anfang und Mitte April mit der Rasenpflege. Kleine Merkhilfe: Wenn im Frühjahr die Forsythien blühen, wird es Zeit, den Rasen zum ersten Mal zu düngen – am besten direkt nach dem ersten Mähen. Im Juni düngen Sie ihn ein zweites Mal, denn in diesem Monat haben die Gräser ihre stärkste Wachstumsphase. Ein stark beanspruchter Boden freut sich über eine weitere Nährstoffzufuhr im August.

Bei welchem Wetter sollte ich den Rasen düngen?

Um Ihren Rasen richtig zu düngen, suchen Sie sich einen trockenen, leicht bedeckten Tag im Frühjahr aus. Wenn der Rasen zu nass ist, bleibt das Düngegranulat schnell an den feuchten Gräsern kleben. Bei hoher Sonneneinstrahlung besteht hingegen die Gefahr, dass Ihr Rasen verbrennt. Temperaturen um die 15 Grad Celsius sind optimal. Ist es noch zu kalt, kann der Boden den Dünger möglicherweise noch gar nicht aufnehmen und er schadet eher, als dass er nützt.

Wann muss ich den Rasen vertikutieren?

Bei Bedarf können Sie Ihren Rasen auch vertikutieren und ihn im Frühjahr von Moos und Unkraut befreien, damit eine optimale Nähr- und Sauerstoffversorgung wiederhergestellt wird. Düngen Sie den Rasen eine bis zwei Wochen vor dem Vertikutieren, um das Wachstum der Gräser anzuregen, die die Prozedur so besser überstehen.

Rasen nach dem Düngen vertikutieren
Rasen nach dem Düngen vertikutieren (Foto: Dennis Bacher)

Stellen Sie Ihren Vertikutierer dann so ein, dass die Messer nicht tiefer als drei Millimeter in den Boden dringen. Fahren Sie Ihren Rasen gleichmäßig in Quer- und Längsbahnen ab. Auch nach dem Vertikutieren kann eine Düngung ratsam sein.

Welcher Dünger ist der beste?

Das Angebot an Düngern in den Gartenmärkten ist riesig – ebenso die Preisspanne. Doch der Preis sollte nicht über den Kauf entscheiden, sondern welcher Dünger für die jeweilige Rasenfläche am besten ist. Für einen besseren Überblick stellen wir Ihnen die wichtigsten Rasendünger sowie ihre Vor- und Nachteile vor.

Umweltfreundlichkeit Einfachheit der Anwendung Kosten
Spezialdünger •• ••• •••
organischer Dünger ••• •• •••
mineralischer Dünger •• •• ••
Kompost ••• •••
Blaukorn •• ••

Spezialdünger für einen schönen Rasen

Für einen schönen Rasen greifen Sie zu einem speziellen Rasendünger, nicht zu Universaldünger. Rasendünger enthält im genau richtigen Verhältnis die für den Boden wichtigsten Nährstoffe: Stickstoff, Phosphor und Kalium.

Organischer Dünger

Empfehlenswert sind organische Rasendünger, denn sie haben eine natürliche Langzeitwirkung und reichern den Boden mit Humus an. Eine Überdüngung ist mit ihnen kaum möglich. Je nach Hersteller liegen die Kosten für organischen Dünger zwischen 8 und 16 Euro pro 100 Quadratmeter.

Mineralischer Dünger

Mineralischer Dünger ist zwar in der Regel etwas günstiger als organischer und führt die Nährstoffe direkt dem Rasen zu. Nur: Regnet es viel und stark, kann mineralischer Dünger schnell ins Grundwasser gespült werden – und der Rasen geht leer aus. Außerdem besteht die Gefahr einer Überdüngung, wenn Sie den Dünger zum Beispiel mit der Hand ungleichmäßig verteilen.

Kompost

Auch Kompost – zum Beispiel aus eigenen Garten- und Küchenabfällen – eignet sich hervorragend als natürlicher, umweltfreundlicher und kostenloser Dünger. Beim Kompostieren entsteht aus Bioabfällen wertvoller und nährstoffreicher Humus. Verteilen Sie eine dünne Schicht aus fein gesiebtem oder krümeligem Kompost auf dem Rasen.

Blaukorn

Verzichten Sie der Umwelt und dem Boden zuliebe auf Blaukorn. Dabei handelt es sich um einen Kunstdünger aus anorganischen Salzen. Für Kinder und Tiere ist er giftig und schadet auf lange Sicht dem Boden und der Artenvielfalt.

Wie dünge ich den Rasen richtig?

Den Rasen im Frühjahr richtig düngen – das ist gar nicht so einfach. Besser ist es, sich vorher zu informieren. Hier unsere Tipps:

Schritt 1: Rasen von Laub befreien

Vor dem ersten Mähen und Düngen im Frühjahr sollten Sie Ihren Rasen von Laub und Ästen befreien. Mähen Sie Ihren Rasen auf niedrigster Stufe und entfernen Sie Unkraut und Moos, zum Beispiel mit einem Handvertikutierer oder einer Eisenharke. Das belüftet den Boden und macht ihn aufnahmefähiger für den Dünger.

Schritt 2: Dosierung beachten

Ganz wichtig: Achten Sie auf die Dosierungsempfehlung auf der Verpackung. Zu wenig Dünger bringt nichts, zu viel Dünger ist jedoch schädlich für den Rasen. Ein überdüngter Rasen färbt sich braun und sieht wenig ansehnlich und verbrannt aus.

Treten nach dem Düngen und großer Hitze braune Rasenflecken auf und sind Sie sich nicht sicher, ob der Rasen ausgetrocknet oder überdüngt ist, hilft in beiden Fällen ein Rasensprenger. Er gibt dem trockenen Rasen wieder Flüssigkeit oder spült überschüssigen Dünger aus dem Rasen.

Schritt 3: Gleichmäßig düngen

Braune Stellen im Rasen erhalten Sie auch, wenn der Dünger nicht gleichmäßig verteilt wird. Das passiert schnell, wenn Sie von Hand düngen. Erfahrene Gärtner haben zwar den Dreh raus und können mit gleichmäßigen Armschwüngen aus der halb offenen Hand das Granulat ausstreuen. Einfacher ist es jedoch mit einem Streuwagen. Fahren Sie exakte Bahnen in Quer- oder Längsrichtung, ohne dass Lücken oder Überlappungen dazwischen sind.

Schritt 4: Nach dem Düngen wässern

Damit der Dünger sich auflöst und gut einwirken kann, wässern Sie Ihren Rasen nach dem Düngen gut und beregnen ihn am besten 20 bis 30 Minuten. Falls dem Dünger ein Unkrautvernichter beigemischt ist, sollte der Rasen schon vor der Anwendung feucht sein.

Gedüngter Rasen für viel Freude

Ein perfekter Rasen kann unter Umständen viel Arbeit und einiges an Wissen für die richtige Rasenpflege erfordern. Von Frühjahr bis Herbst können Sie den Rasen düngen. Am effektivsten ist das Düngen jedoch direkt im Frühling und im Frühsommer, damit der Rasen auch lange etwas davon hat. Wenn Sie diese Tipps rund um das Rasendüngen im Frühjahr befolgen, werden Sie mit großer Sicherheit schon bald einen tiefgrünen und schönen Rasen haben.