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Die süße Wolke – wie E-Zigaretten den Alltag verändern

E-Zigaretten sind längst Teil des Alltags geworden – bunt und scheinbar harmlos. Doch hinter dem Trend steckt Nikotin mit Suchtpotenzial. Und eine Entwicklung, die Mediziner zunehmend beschäftigt.

Wangen im Allgäu/Region • Lesedauer: 3 min.


Veröffentlicht: Uhr
(Aktualisiert: Uhr)

Es ist Herbst. Die Luft ist klar, fast kalt. Vor einer Bushaltestelle steht eine junge Frau mit halb geschlossener Kapuze. Ihr Blick hängt am Smartphone, sie scrollt, tippt, hält kurz inne. Zwischendurch hebt sie ein Gerät an die Lippen, das aussieht wie ein überdimensionierter Textmarker. Ein kurzer Zug. Dann liegt ein Geruch in der Luft. Mango, vielleicht Wassermelone. Etwas Tropisches, das nicht in diesen Morgen passt. Kurz steigt dünner Dunst auf und schon löst sich die süße Wolke auch wieder auf, als wäre nichts gewesen.

Die Szene dauert nur Sekunden. Doch sie wirkt nach. Denn sie unterbricht nichts.

Solche Momente haben sich vervielfacht. Man beobachtet sie überall. In Autos, an Ampeln, auf Parkbänken, im Straßencafé, vor Bäckereien, in Warteschlangen und sogar vor Schulen. Ein Griff. Ein Zug. Ein kurzer Geschmack. Weiter im Geschehen.

Die E-Zigarette hat diesen Rahmen aufgelöst. Sie kommt ohne Ritual aus. Kein Moment des „Jetzt ist Schluss“. Nur ein Gerät, das sich in alles einfügt – und nebenbei funktioniert.

Das klassische Rauchen hatte einen klaren Rahmen. Man ging nach draußen, zündete an, rauchte, drückte die Zigarette aus. Es gab Anfang und Ende. Eine Unterbrechung im Alltag. Die E-Zigarette hat diesen Rahmen aufgelöst. Sie kommt ohne Ritual aus. Kein Moment des „Jetzt ist Schluss“. Nur ein Gerät, das sich in alles einfügt – und nebenbei funktioniert.

Glatt, handlich, pastellfarben, mit comicartiger Typografie erinnert die moderne E-Zigarette kaum noch an ein klassisches Suchtmittel. Aromen wie „Peach Ice“, „Pink Lemonade“ oder „Cotton Candy“ klingen nach Süßigkeit oder Softdrink. Das senkt die Hemmschwelle – vor allem auch bei Kindern und Jugendlichen. Doch was die Geräte liefern, ist Nikotin – ein Stoff mit hohem Suchtpotenzial.


Um die Lage zu verstehen, sprechen wir mit einem Experten. Wir treffen Dr. med. Dominik Harzheim, Chefarzt für Pneumologie an den Fachkliniken Wangen.