Alltagsmythen im Check
„Schtimmt dees?“: Gähnen ist ansteckend
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Gähnen wird allgemein als Zeichen von Müdigkeit gewertet. Und zwar eines, das ganz schön ansteckend ist. Wie italienische Forscher der Universität Pisa allerdings herausgefunden haben, ist Gähnen vor allem ein Zeichen für Sympathie.
Dass wir uns davon anstecken lassen, hat etwas mit dem Nachahm-Effekt zu tun. Dieser wird durch sogenannte Spiegelneuronen im Gehirn ausgelöst. Die Spiegelneuronen machen es möglich, sich in andere Menschen hineinzuversetzen.
Gähnen bedeutet: Ich mag dich
In einer Studie aus dem Jahr 2011 beobachteten die Forscher über ein Jahr hinweg 109 Erwachsene in verschiedenen Ländern, immer über sechs Minuten oder zwei Stunden hinweg. Sobald einer der Probanden zu gähnen begonnen hatte, beobachteten die Forscher all jene Personen, die in akustischem oder optischem Kontakt zum Gähnenden standen und fragten diese nach ihren sozialen Bezügen.

„Schtimmt dees?“
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Das Ergebnis: Besonders gern lassen wir uns von Menschen anstecken, die uns nahestehen. Der Nachahm-Effekt zeigte sich am stärksten bei leiblichen Verwandten, dann kamen enge Freunde, erst danach Bekannte. Auch, weil es besonders leichtfällt, uns in Menschen, die uns nahestehen, hineinzuversetzen.
Kleiner Kinder werden selten angesteckt
Geschlecht und Herkunft sind dabei egal. Empathie ist gefragt. Kleine Kinder sind weniger anfällig für ansteckendes Gähnen, sie entwickeln erst ab dem vierten Lebensjahr die Fähigkeit, Emotionen von anderen wahrzunehmen.
Die nachgeahmte Reaktion auf das ursprüngliche Gähnen wird übrigens nicht sofort hervorgerufen, sondern erfolgt in der Regel bis zu fünf Minuten nach dem Auslöser.
Auch Tiere lassen sich vom Gähnen anstecken
Wenn Menschen gähnen, können sie sogar Schimpansen damit anstecken. Das haben die Verhaltensforscher Frans de Waal und Matthew Campbell herausgefunden. Sie spielten den Tieren Videos von gähnenden Menschen vor. Kurz darauf reagierten die Schimpansen mit Augenzukneifen und Maulaufreißen.
