Ernährung
Schokoladen-Alternative Choviva im Test: Ohne Kakao kein Wow
Berlin • Lesedauer: 2 min.

Haben Sie auch schon mal aus Versehen nach einer Schokoladen-Alternative statt nach echter Schoki gegriffen? Das könnte daran liegen, dass sich die Verpackungen zum Verwechseln ähnlich sehen, sich die Alternativ-Erklärungen im Kleingedruckten verstecken. Oder Sie haben noch nie etwas vom Logo Choviva gehört haben, dass meist in einem Eckzipfel aufgedruckt ist.
Überrascht, aber nicht vollends überzeugt
Das jedenfalls störte die Stiftung Warentest, die sich 4 Original-Schokoladen-Produkte und deren jeweiligen Versionen mit der Schokoladen-Alternative Choviva für einen Kurz-Test vorgeknöpft haben. Janine Schlenker, Expertin für Lebensmittel bei der Stiftung, und das Testteam waren von dem Produktcheck überrascht, aber nicht vollends überzeugt.
„Den typischen Schmelz von Schokolade haben wir bei den Süßigkeiten mit Choviva vermisst, geschmacklich bringt die Alternative aber durchaus schokoladige Noten mit sich“, so Schlenker. Zudem ersetze zwar Choviva den teuren Kakao etwa durch Sonnenblumenkerne, aber Geld lasse sich mit Choviva-Produkten nur selten sparen. Die Tester bezahlten für sie ähnliche Preise wie für die schokoladigen Pendants. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Test:
Was ist Choviva?
Das Start-up Planet A Foods aus München hat die Schokoalternative entwickelt und verkauft sie an Süßwarenhersteller. Die verarbeiten es weiter zu ganze Tafeln oder überziehen beziehungsweise füllen damit etwa Gebäck und Knabbereien. Planet A Foods verspricht: „Choviva schmeckt unfassbar schokoladig.“
Statt Kakao enthält Choviva vor allem Sonnenblumenkerne, die wie Kakao behandelt und verarbeitet werden: Die Kerne werden fermentiert und geröstet, vermahlen und mit Zucker und pflanzlichen Fetten vermischt.
Schmeckt die Alternative wirklich wie Schokolade?
Kommt darauf an. Das „typische Geschmacksprofil“ von Schokolade konnten die Tester beim Vergleich von Hussel Eldelvollmilchschokolade (32 Prozent Kakao) mit dem Pendant Hussel Confiserie Wow! mit gemahlenen Sonnenblumenkernen nicht bestätigen: „Die Tafel weist zwar Milch-, Karamell- und Röstnoten auf, schmeckt aber leicht nach Getreide. Anstatt eines glatten Schmelzes hinterlässt sie ein leicht stumpfes Mundgefühl. Unfassbar schokoladig? Eher nicht“, schreibt die Stiftung Warentest.
Beim Überzug von Nestlé Choco Crossis und seinem Choviva-Pendant habe die Alternative geschmacklich durchaus mithalten können, aber nicht beim Aussehen: Die Flocken waren blass und glanzlos.
Bei den Spree Waffeln Kakao und seiner Choviva-Version schmecke die Alternative eher getreidig und hinterlasse ein belegendes Mundgefühl, das aber zwischen den Waffeln nicht groß ins Gewicht falle.
Beim Überzug von Mürbegebäck DeBeukelaer Cereola schmeckte die Choviva-Alternative ebenfalls eher getreidig. Im Mund wurde der Überzug als weicher empfunden.
Spart man mit der Schoki-Alternativen Kalorien und Geld?
Nicht wirklich, so das Urteil in Kürze: Kalorien lassen sich bei den Alternativen meist nicht einsparen - und auch nicht viel Geld. Die Preise liegen teilweise sogar höher.
