Kein Anschluss
Ostsee-Gäste ärgern sich über internetfreien Urlaub: „Vermieste uns den Strandbesuch“
Ostsee • Lesedauer: 3 min.

Die meisten Menschen fahren nicht ohne Handy in den Urlaub. Schon bei der Suche nach einer Unterkunft achten sie darauf, dass vor Ort WLAN verfügbar ist; erst danach prüfen sie Kriterien wie kostenlosen Parkplatz sowie Stadt- oder Strandnähe.
An der Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern ist es nicht anders. Einige Ferienunterkünfte geben zwar einen WLAN-Anschluss an, können das Angebot aber nicht garantieren. „Ich habe bewusst nach WLAN-Anschluss geschaut, als ich auf der Plattform Airbnb nach einem Zimmer gesucht habe“, erzählt Martha Maschke. Sie fand eines in Kühlungsborn-West und schildert ihre Erfahrungen: „Das lief gar nicht gut, ich flog ständig aus dem Netz. Oft merkte ich das nicht sofort, nutzte das Handy weiter und strapazierte so schnell mein Datenvolumen“, sagt die 61-Jährige enttäuscht. Auch am Strand hatte sie keinen Internetempfang, bedauert sie. Besonders ärgerte sie, dass sie beim Besuch des Hundestrandes am Campingplatz ihre App EasyPark nicht nutzen konnte. „Auf dem Parkplatz funktionierte die App problemlos; ich aktivierte sie und stellte erst einmal 90 Minuten Verweildauer ein. Doch als ich die Parkzeit verlängern wollte, hatte ich kein Netz. Da half alles nichts, und ich musste vom Strand bis zur Straße hochlaufen – natürlich mit meinen zwei kleinen Enkelkindern, unserem Hund und der Strandtasche, die ich ja nicht allein am Strand zurücklassen konnte. Das vermieste uns den Strandbesuch.“

„Die Randlage verursacht teilweise die schlechte Internetverbindung“, erklärt ein Mitarbeiter der Tourismusinformation. „Außerdem liegen wir im Funkschatten des Funkturms auf dem Barsdorfer Leuchtturm. Das hat Folgen – bis hin dazu, dass Nutzer gelegentlich die Meldung erhalten, sie seien gerade im dänischen Netz unterwegs. Letztlich bestimmt auch der Mobilfunkbetreiber die Qualität der mobilen Daten.“

Gespräche mit Anbietern bisher erfolglos
Eine Angestellte im Gesundheitswesen, die anonym bleiben möchte, berichtet, dass das Netz in Kühlungsborn besonders in der Hochsaison schlecht ist. Ein Mitarbeiter der Tourismusinformation bestätigt das: „Viele Urlauber verschicken Fotos und Videos, telefonieren, chatten oder suchen Informationen im Internet. Aus unserer Sicht stehen die Mobilfunkanbieter in der Pflicht. Wir sprechen ständig mit ihnen und drängen darauf, neue Funkantennen zu errichten. Aber offenbar lohnt sich das für sie nicht.“ Der Touristiker bekommt immer wieder Hinweise von Urlaubern, dass das in Kühlungsborn ein Thema ist. „Hinzu kommt, dass viele Vermieter trotz bereits verlegter Glasfaserkabel kein gut funktionierendes WLAN installieren. Das liefert natürlich Gründe für Beschwerden.“ Der Reriker räumt ein, dass bisher nicht alle Häuser am Glasfasernetz hängen. Wie in seinem Heimatort fehlen auch in Kühlungsborn noch einige Hausanschlüsse.

Kostenlose Hotspots in zentraler Lage
Er versteht die Kritik von Martha Maschke, am Strand keinen Empfang zu haben, und verweist zugleich auf die Hotspots in Kühlungsborn. Gäste nutzen über den KÜSTEN GUIDE im Bereich Balticplatz, im Konzertgarten West und Ost, an der Seebrücke und am Sportstrand kostenloses WLAN. Zusätzlich bieten Hotspot Vodafone und Hotspot Telekom Outdoor-Zugänge an, die weitere öffentliche WLAN-Hotspots bereitstellen. Verschiedene Cafés und Hotels stellen gewerbliche Indoor-WLAN-Hotspots zur Verfügung.
Ein findiger Strandkorbvermieter an der Küste von Kühlungsborn bietet zudem einen achtstündigen WLAN-Zugang für vier Euro an.

