Ein Großprojekt mit Charme
Die wunderschöne Landesgartenschau in Ellwangen
Ellwangen • Lesedauer: 9 min.

Die Landesgartenschau in Ellwangen, die vom 24. April bis 4. Oktober stattfindet, könnte eines der touristischen Highlights des Jahres 2026 werden. Die Schau verbindet eine eindrucksvolle Parklandschaft mit einem vielfältigen Angebot aus Spiel, Kultur, Kulinarik und Erholung. Die Hauptthemen „Wie wollen wir leben“ und „Lust am Wandel“ ziehen sich durch das gesamte Gelände und laden dazu ein, sich mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen.
Die Landesgartenschau wird das Stadtbild Ellwangens für immer verändern. Wir schaffen hier ein Areal mit einem Naherholungswert, von dem noch Generationen profitieren werden.
Oberbürgermeister Michael Dambacher
Renaturierung der Jagst als Vorzeigeprojekt
Der Bereich Schießwasen, der früher als Großparkplatz genutzt wurde, sowie ungenutzte Auwiesen wurden in ein modernes Naherholungsgebiet umgewandelt. Das 26 Hektar große Gelände, durch das die Jagst fließt, soll viel Raum für Menschen, Pflanzen und Tiere bieten. Der Fluss, der in den 1950er-Jahren begradigt und in ein Steinbett gelegt wurde, wurde in den vergangenen Jahren aufwendig renaturiert. Nun folgt er wieder einem natürlichen Verlauf und ist für Besucher zugänglich. Nach dem Motto „Ellwangen an die Jagst“ lädt der Fluss unter anderem am neuen Sparkassen-Stadtstrand zum Verweilen ein.
Wir haben die Landesgartenschau unter den Slogan ‚Ellwangen an die Jagst‛ gestellt. Urbane Nutzung und freie Natur sollen sich ergänzen. Die Stadt und der Fluss sollen vom Großprojekt wechselseitig profitieren.
LGS-Geschäftsführer Nils Degen
Drei Parkanlagen mit verschiedenen Schwerpunkten

Das Gelände der Schau ist in drei neu gestaltete Bereiche aufgeteilt: Der Brückenpark bietet eine urbane Atmosphäre mit einem Jugend- und Kulturzentrum, einer Skateanlage und weiteren Spielmöglichkeiten. Die Veranstaltungsfläche des Stadtparks umfasst Pavillons, Gastronomieangebote sowie die Sparkassen-Heimatbühne, auf der Konzerte und Veranstaltungen stattfinden. Im Auenpark stehen Naturerlebnisse im Vordergrund. Hier können Besucher Schaugärten erkunden, vom Zeiss-Naturbeobachtungssteg aus die Umgebung beobachten oder den Aussichtsturm „Jagstblick“ besteigen, der auch an einen Kinderspielplatz grenzt
Innenstadtnahes Erlebnis
Die Landesgartenschau ist zentral gelegen und von der Ellwanger Innenstadt sowie vom Bahnhof aus in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Ein Leitsystem soll die Orientierung erleichtern. Auch die historische Innenstadt spielt eine Rolle im Rahmen der Schau. So werden die Basilika St. Vitus und die Evangelische Stadtkirche einbezogen. In der Basilika wird eine Blumenschau, ein zentrales Element jeder Landesgartenschau, präsentiert. Die Evangelische Stadtkirche zeigt die Installation „Gaia“, eine Nachbildung der Erde des britischen Künstlers Luke Jerram. Zudem wird die Ausstellung „Garden Futures“ des Vitra Design Museums in der Stadthalle zu sehen sein.
Rahmenprogramm und Veranstaltungen
Die Landesgartenschau in Ellwangen setzt neben Garten- und Landschaftsthemen einen Schwerpunkt auf Musik. Der Veranstalter kündigt für die 164 Tage der Schau ein umfangreiches Programm mit fast 1000 Terminen an. Viele davon sind Konzerte mit Tribute-Formationen. Alle Veranstaltungen sind im Eintritt enthalten, heißt es. Für Dauerkartenbesitzer gilt dies für den gesamten Zeitraum von April bis Oktober. Die Dauerkarte koste bis 3. Oktober 119 Euro. Auf der Sparkassen-Heimatbühne im Stadtpark sind mehrere größere Abende geplant. Am 2. Mai steht „One Night in Sweden“ auf dem Programm. Die Produktion „Tribute Show to ABBA“ präsentiert ein musikalisches Porträt der schwedischen Popgruppe. Die Songs sind im Originalsound arrangiert. Die Bühne wird im Stil der 1970er-Jahre gestaltet; Neonlicht und ein beleuchtetes Showpiano sind Bestandteil der Ausstattung. Zu hören sind Hits von „Waterloo“ bis „Mamma Mia“.
Am 17. Mai folgt „The Magic of Queen“. Die Show greift das Konzertformat der Rockband Queen auf. Am Mikrofon steht Markus Engelstaedter. Er wird von Publikum und Presse als einer der „herausragendsten Queen-Interpreten Europas“ beschrieben, so die Ankündigung. Am 22. Mai erinnert die Produktion „Simply-Tina“ an die 2023 verstorbene Sängerin Tina Turner. Es ist eine Hommage an ihr Werk aus fünf Jahrzehnten. Die Sängerin Bonita Niessen übernimmt den Gesang. Sie wird von sechs Musikern und zwei Backgroundsängerinnen begleitet. Am 14. Juni kehrt Markus Engelstaedter auf die Sparkassen-Heimatbühne zurück, diesmal mit einem Programm zu Udo Jürgens. Gemeinsam mit Bernd Meyer am Klavier präsentiert er Lieder in reduzierter Besetzung. Pink-Floyd-Interpretationen sind am 5. September angekündigt. Unter dem Titel „The Best of Pink Floyd“ spielt die Band Pulse. Die Gruppe will das Konzerterlebnis der britischen Rockband nachzeichnen. Weitere Termine sind für den gesamten Schauzeitraum vom 24. April bis 4. Oktober geplant. Dazu zählen Stimmen der Berge am 15. Mai „Hello – A Tribute to Adele“ am 23. Mai, Willy Astor am 4. August und Claudia Jung am 30. August. Für den 12. September ist die „Phil Collins und Genesis Tribute Night“ vorgesehen. Weitere Programmpunkte sind im Online-Kalender der Landesgartenschau (www.ellwangen2026.de/kalender) gelistet. Laut Veranstalter kommen fortlaufend neue Termine hinzu. Die Landesgartenschau verweist in ihren Mitteilungen auf die Einbindung sämtlicher Konzerte in die Eintrittspreise. Die organisatorischen Details wie Einlasszeiten und eventuelle Platzregelungen sind im Kalender zu den jeweiligen Veranstaltungen angegeben. Änderungen im Programm sind möglich.
Nach so vielen Jahren der Planung und der Umsetzung möchten wir die Fertigstellung dieses wunderbaren Naherholungsgebiets mit den Ellwangern, den Bürgern aus der Region und natürlich mit allen Gästen von nah und fern gemeinsam feiern.
LGS-Geschäftsführer Stefan Powolny

Beteiligung der lokalen Bevölkerung
Der Erfolg der Landesgartenschau hängt laut Veranstalter maßgeblich von der Unterstützung der Menschen vor Ort ab. Rund 1000 Ehrenamtliche haben sich bereit erklärt, das Event über die 164 Tage hinweg zu unterstützen. Vereine, Institutionen und Kirchen tragen mit Beiträgen zur Gestaltung und zum Programm bei. Auch Kunstinstallationen sollen auf dem gesamten Gelände integriert werden.
Nachhaltige Nutzung des Geländes

Neben den Veranstaltungen bietet das Gelände weitere Besonderheiten. Es umfasst das Ellwanger Wellenbad, einen sanierten Campingplatz und ein geplantes Hotel mit Tagungszentrum am Rande des Stadtparks.
Die ganze Erde zu Gast in der Stadtkirche

Die Evangelische Stadtkirche Ellwangen zeigt im Frühjahr die Installation GAIA des britischen Künstlers Luke Jerram. Das überdimensionale Erdmodell hängt vom 8. Mai bis 19. Juni im Kirchenschiff. Die Kugel hat einen Durchmesser von sieben Metern, basiert auf hochauflösenden NASA-Daten und ist von innen beleuchtet. Sie wird in rund dreieinhalb Metern Höhe installiert; die lichte Höhe der Kirche beträgt etwa 20 Meter. GAIA liegt außerhalb des Geländes der Landesgartenschau, ist aber Teil ihres offiziellen Programms. Die Stadtkirche wird zu einem besonderen Erfahrungsraum, der Verletzlichkeit und Schönheit der Erde betont. Im Maßstab entspricht ein Zentimeter etwa 18 Kilometern Erdoberfläche. Pfarrer Martin Schuster begrüßt das Projekt und erwartet eine starke Wirkung im Gottesdienstraum. Der Altar wird für die Sicht nach hinten versetzt. Unter der schwebenden Kugel gibt es keine Bestuhlung; ein dunkelblauer Teppich mit sechs Metern Durchmesser lädt zum Sitzen oder Liegen ein. Er werde größtenteils von Abele Ambiente gesponsert. Das Begleitprogramm umfasst Konzerte und Vorträge. Der Fernsehmeteorologe Sven Plöger spricht am 11. Mai. Die Veranstalter kündigten einen fesselnden Blick auf Klima, Mensch und Planet an. Kuratorin Susanne Frey ordnet die Präsentation dem Motto „Wie wollen wir leben?“ zu. Geplant sind unter anderem „Von Himmel und Erde“ sowie Haydns „Schöpfung“. Freitags und samstags ist bis 22 Uhr geöffnet. Für Gottesdienste ist der Zugang frei, für Besuche im Rahmen der Landesgartenschau sind Tages- oder Dauerkarten nötig.
Anreise und Mobilität
Ellwangen ist gut erreichbar. Der Bahnhof liegt an der IC-Strecke Karlsruhe–Stuttgart–Nürnberg–Leipzig und ist nur wenige Minuten vom Haupteingang entfernt. Eine weitere Zugangsmöglichkeit bietet der Haltepunkt Schrezheim. Besucher, die mit dem Fahrrad anreisen, können Stellplätze in der Nähe des Eingangs oder am Sportplatz Schrezheim nutzen. Für Autofahrer steht ein Großparkplatz in Neunheim zur Verfügung, von dem aus ein Shuttlebus zum Gelände fährt. Am Inselparkplatz in Ellwangen gibt es zudem Parkmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung.
Tickets und Preise
Ein Dauerticket für die Landesgartenschau kostet 149 Euro, ermäßigt 126 Euro. Für unter 18-Jährige wird eine Schutzgebühr von fünf Euro erhoben, ansonsten haben Minderjährige freien Eintritt. Tageskarten kosten 24,90 Euro, Zweitageskarten 32,90 Euro. Tickets und Gutscheine sind in der Tourist-Information Ellwangen, online auf www.ellwangen2026.de und in der Tourist-Information Aalen erhältlich.
Weitere Informationen
Details und aktuelle Neuigkeiten zur Landesgartenschau in Ellwangen gibt es auf der offiziellen Website unter www.ellwangen2026.de. Interessierte können der Schau auch auf Instagram und Facebook folgen.

Gästebegrüßer heißen Busgruppen auf der Landesgartenschau willkommen
Bereits vor dem Betreten der Anlagen der Landesgartenschau in Ellwangen erleben Busreisegruppen einen besonderen Empfang: Auf dem Parkplatz in Neunheim steigt ein Gästebegrüßer in den Bus und begleitet die Gruppe bis zum Ausstieg. Dabei sorgt er für gute Stimmung, informiert über die Highlights der Schau und erzählt Wissenswertes über Ellwangen. Dieser Service, der im Voraus gebucht werden muss, ist kostenlos und erleichtert Gästen und Busfahrern die Ankunft. Der Guide unterstützt bei der Einfahrt, verteilt Prospekte und überreicht dem Fahrer Gutscheine für das Gelände und den Busfahrertreff im Café Bader in der Innenstadt. Hinter dem Empfang steht ein Team von etwa 100 Ehrenamtlichen, ausgewählt aus mehr als 1000 Helfern der Schau. Laut Ruth Julius vom Bereich Gästeführungen sei dieser Service ein Novum und spiegle die besondere Willkommenskultur Ellwangens wider. Die Landesgartenschau wurde dafür auf der CMT in Stuttgart als „busfreundliche Destination“ ausgezeichnet. Reiseveranstalter können den Service online buchen unter www.ellwangen2026.de/gruppenfuehrungen. Bei Fragen steht Ruth Julius telefonisch unter 07961/84696 oder per Mail unter [email protected] zur Verfügung
Ein Ticket, viermal Gartenglück
Vier Bundesländer präsentieren eine gemeinsame Idee: Auf den Landesgartenschauen zeigen die Städte, wie vielseitig und modern Gartenkunst heute sein kann. Zusätzlich verbindet die Veranstaltungen eine Ticketpartnerschaft. Inhaber einer Dauerkarte für eine der vier Schauen können damit jeweils einmal kostenfrei die anderen drei Ausstellungen besuchen. Die Organisatoren betonen, dass diese Kooperation ein Zeichen für Zusammenarbeit und Austausch sei. Ziel sei es, neue Räume für Begegnungen, Entdeckungen und Inspiration zu schaffen. Die vier Schauplätze – Leinefelde-Worbis in Thüringen, Neuss in Nordrhein-Westfalen, Ellwangen in Baden-Württemberg und Bad Nenndorf in Niedersachsen – laden dazu ein, verschiedene Konzepte in urbanen Freiräumen zu erkunden. Sie sollen zeigen, wie Gartenkunst Stadtentwicklung, Lebensqualität und Landschaftsplanung bereichern kann. Die Ausstellungen machen die Gestaltung von Grünflächen erlebbar und setzen Akzente für eine zeitgemäße Stadtplanung. Mit der Regelung können Dauerkarteninhaber an den Kassen der anderen drei Schauen eine Tageskarte erhalten. Dies gilt für alle regulären Dauerkarten und ist ohne Anmeldung oder Zusatzkosten möglich. Die Besucher haben so die Gelegenheit, an verschiedenen Orten individuelle Gartenlandschaften zu entdecken.