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Telefonaktion zu „Bezahlen im Urlaub“: Wie kann ich an ausländischen Geldautomaten Gebühren sparen?

Ravensburg / Lesedauer: 8 min

Die Sommerferien haben begonnen – und egal, wohin es geht, ins Gepäck gehört eine gut ausgestattete Reisekasse. Kontaktloses Bezahlen liegt im Trend: Was gilt es dabei zu beachten? Tipps von Experten.
Veröffentlicht:31.07.2021, 17:00

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Nach Monaten im Lockdown ist bei vielen Menschen die Reisesehnsucht groß. Ob Camping im Allgäu oder Strandurlaub auf den Kanaren – egal wohin die Reise geht, mit einer guten Planung kann man die ersehnte Auszeit in vollen Zügen genießen. Dazu gehört auch die richtige Zusammenstellung der Reisekasse. Bei der Telefonaktion der „Schwäbischen Zeitung“ haben Gabriele Frankenhauser von der Südwestbank Ravensburg und Eberhard Haug von der Kreissparkasse Ravensburg Leserfragen rund um das Thema „Sicher und kontaktlos bezahlen im Urlaub“ beantwortet. Das sind die wichtigsten Aspekte:

Wir machen eine Schiffsrundreise nach Norwegen und Schweden. Dabei sind Tagesausflüge in Länder mit unterschiedlichen Währungen geplant. Sollen wir für jedes Land die Währung mitnehmen?

Nein, am besten sind Sie aufgestellt, wenn Sie Ihre Kreditkarte und girocard dabeihaben. Sie können nahezu überall damit bezahlen. Gerade in den skandinavischen Ländern ist die Kartenzahlung der Standard.

Soll ich besser mit Kreditkarte oder mit Bargeld im Ausland bezahlen?

Grundsätzlich liegt es an den Gepflogenheiten der einzelnen Länder. Am gebräuchlichsten ist inzwischen das Bezahlen mit der Karte. Zum einen braucht man keine größeren Geldbeträge bei sich tragen und läuft auch nicht Gefahr ausgeraubt zu werden. Zum anderen hat man anhand seiner Kreditkartenabrechnung eine Aufstellung seiner Ausgaben. In den meisten Ländern ist das Bezahlen mit Kreditkarte zum Standard geworden.

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Wir fahren bald nach Griechenland. Ist es möglich dort mobil zu bezahlen? Ich habe meine Kreditkarte auf dem Smartphone in der PayPal-App hinterlegt.

Grundsätzlich ist das möglich, doch es ist immer gut auch die girocard und eine Kreditkarte im Reisegepäck zu haben beziehungsweise etwas Bargeld mitzunehmen. Wenn Sie ein Android Smartphone besitzen und Google Pay eingerichtet haben, können Sie mit der PayPal-App dort bargeldlos bezahlen, wo Kreditkarten akzeptiert werden. Damit das kontaktlose Bezahlen funktioniert, muss die NFC-Technologie (Nah-Feld-Kommunikation) des Smartphones aktiviert sein.

Mein Reiseziel ist Dänemark. Macht es Sinn Bargeld zuhause zu tauschen oder kann ich dort auch mit meiner Kreditkarte bezahlen?

Ich rate Ihnen, möglichst mit der Kreditkarte zu bezahlen und vor Ort mit der girocard am Automaten Bargeld abzuheben. In der Regel erhalten Sie im Reiseland den günstigeren Wechselkurs. Im Internet finden Sie auf den Länderseiten der Tourismusverbände auch Informationen zum Geldwechsel. Es kann aber durchaus sinnvoll sein, für den Anreisetag etwas Bargeld in der Tasche zu haben.

Wie klappt das mobile Bezahlen mit dem Smartphone?

Ähnlich wie das kontaktlose Bezahlen mit der girocard. Voraussetzung dafür ist ein NFC-fähiges Smartphone und die entsprechende App des kartenausgebenden Instituts. Die digitale girocard ist in der eigenen Banking-App oder in einer Bezahl-Wallet, wie Apple Wallet, hinterlegt.

Um den Bezahlvorgang zu aktivieren, halten Sie die Rückseite Ihres Geräts dicht an das Händlerterminal. Die Zahlung geben Sie mittels biometrischer Verfahren wie über den Fingerprint-Sensor oder bei Apple mittels Touch ID, je nach Gerät auch mit Face ID, frei.

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Wo sollte ich im Ausland Geld tauschen?

Der Geldwechsel sollte nur in autorisierten Wechselstuben erfolgen. Am Flughafen, in Banken und Hotels kann ebenfalls Geld getauscht werden. Es können Gebühren anfallen, sehr günstig bis kostenlos sind hier oftmals die Wechselstuben. Ein Kursvergleich der einzelnen Wechseleinrichtungen vor Ort ist ratsam. Flexibel und unabhängig von den Öffnungszeiten der Banken und Wechselstuben sind Sie, wenn Sie mit Ihrer girocard Bargeld am Automaten abheben.

Wie kann ich an ausländischen Geldautomaten Gebühren sparen?

Am Geldautomaten außerhalb der Eurozone gilt: Immer die Anzeige in Landeswährung wählen und den Betrag nicht in Euro anzeigen oder umrechnen lassen. Entscheiden Sie sich für die Landeswährung, wird der Wechselkurs über die eigene Bank abgerechnet und nicht über den Betreiber des Geldautomaten, der dafür einen zusätzlichen Aufschlag nimmt. Geld sparen lässt sich unter Umständen auch, wenn die eigene Hausbank mit einer Bank vor Ort kooperiert. Dann sind Verfügungen oftmals kostenlos. Teilweise werden Kreditkarten angeboten, mit denen Bargeld weltweit kostenlos am Automaten erhältlich ist.

Kann ich mit jeder Karte kontaktlos bezahlen?

In Deutschland gibt es über 100 Millionen girocards, rund 80 Millionen davon sind kontaktlosfähig. Dazu noch mehrere Millionen Kreditkarten. Ob das bei Ihrer Karte so ist, erkennen Sie am Wellensymbol, ähnlich dem WLAN-Zeichen. Sie verfügt dann über die erforderliche NFC-Technologie (Nah-Feld-Kommunikation).

Wie ist die Akzeptanz der girocard im außereuropäischen Ausland?

Die girocard mit dem V PAY Symbol ist grundsätzlich nur in Europa einsetzbar. Eine girocard mit dem Maestro-Symbol wird dagegen weltweit akzeptiert. Grundsätzlich sollten Sie auf Reisen neben der girocard unbedingt eine Kreditkarte dabeihaben. Mietwagenverleiher oder Hotels akzeptieren häufig nur Kreditkarten. Das höhere Limit dient ihnen als Sicherheit und wird oft auch als Kaution akzeptiert.

Wie kann ich mit der girocard kontaktlos bezahlen?

Nach Erscheinen des fälligen Betrags auf dem Terminal-Display halten Sie die Zahlungskarte in geringem Abstand an das Terminal, dort, wo Sie das Wellensymbol sehen. Ein grünes Licht und ein Piep am Bezahlterminal bedeuten eine erfolgreiche Zahlung und das Display zeigt „Zahlung erfolgt“ an.

Was ist der Unterschied zwischen der girocard und einer Kreditkarte?

Der englische Begriff „debit“ bedeutet Lastschrift oder Soll. Wenn Sie mit einer girocard (Debitkarte) bezahlen, wird das Girokonto direkt oder mit geringer Zeitverzögerung belastet. Im Vergleich zu Debitkarten erhalten Sie bei Kreditkarten meist einmal im Monat eine Sammelrechnung, die Sie vollständig oder teilweise bezahlen. Der Vorteil einer girocard ist, dass Sie nur das Geld ausgeben können, das tatsächlich auf dem Girokonto zur Verfügung steht – einschließlich der eingeräumten Kontoüberziehung im Rahmen des Dispokredits.

Ich mache Urlaub in Holland, die Reise ist schon bezahlt. Soll ich Bargeld mitnehmen, oder genügt die girocard beziehungsweise Kreditkarte?

Ein breites Netz von Geldautomaten ist verfügbar und Kartenzahlungen sind weit verbreitet. Wenn Sie mit Ihrer girocard oder Kreditkarte in Geschäften bezahlen, ist das kostenfrei (Euro-Währungsgebiet). Gebühren bei Bargeldabhebungen an Geldautomaten hängen vom kartenausgebenden Institut ab.

Welche Beträge kann ich kontaktlos ohne PIN-Eingabe bezahlen?

Seit einiger Zeit können Sie in Deutschland Beträge bis 50 Euro in der Regel ohne Eingabe der Geheimzahl kontaktlos an der Kasse bezahlen. Im Zuge der Pandemie verdoppelte die Deutsche Kreditwirtschaft das ursprüngliche Limit von 25 Euro pro Einkauf. Natürlich können auch Beträge über 50 Euro kontaktlos bezahlt werden, dann allerdings mit PIN-Eingabe.

Mit welchen Gebühren muss ich rechnen, wenn ich meine Zahlungskarten im Ausland nutze?

In Euro-Ländern können Sie grundsätzlich sowohl die Kreditkarte als auch die girocard gebührenfrei für das Bezahlen verwenden. Für Bargeldverfügungen am Geldautomaten und Zahlungen in Fremdwährungen variieren die Gebühren. Erkundigen sie sich vorab bei Ihrer Bank oder Sparkasse.

Zahlungskarten und Handy weg – was tun?

Wenn Ihre girocard oder Kreditkarte abhandenkommt, egal, ob es sich um die digitale Variante im Smartphone oder die haptische Karte handelt, müssen Sie diese umgehend sperren lassen. Dafür steht der Sperr-Notruf 116 116 rund um die Uhr zur Verfügung. Bei Verlust des Smartphones mit einer digitalen Karte wenden Sie sich für eine Sperrung bitte an Ihr kartenausgebendes Institut. Den Mobilfunkzugang (SIM) können Sie separat beim Mobilfunkanbieter oder auch über den Sperr-Notruf sperren.

Worauf muss ich am Geldautomaten achten?

Sie sollten Geld immer bei Banken zu den regulären Öffnungszeiten oder in offiziellen Wechselstuben tauschen. Achten Sie darauf die PIN-Eingabe immer zu verdecken und dass Ihnen dabei niemand über die Schulter schaut, um die Geheimzahl auszuspähen. Wenn Ihnen etwas komisch vorkommt, brechen Sie den Vorgang besser ab.

Wie sicher sind kontaktlose Kartenzahlungen?

Eine Kontaktlos-Zahlung mit der girocard ist genauso sicher wie die kontaktbehaftete Kartenzahlung, da die gleichen hohen, bewährten Sicherheitsmechanismen wirken. Die für eine Zahlungstransaktion benötigten Daten werden zwischen Karte und Terminal nur bei sehr geringem Abstand übertragen. Sie müssen also Ihre Karte dicht an das Terminal halten. Das verhindert unbeabsichtigte Zahlungen und sorgt dafür, dass Kartendaten nicht „im Vorbeigehen“ ausgelesen werden können. Es ist im girocard-System auch nur eine Transaktion zur selben Zeit an einem Kassengerät möglich. Jeder Händler braucht ein zugelassenes Terminal und muss sich vorher dafür legitimieren.

Was darf man vor der Reise nicht vergessen?

Prüfen Sie, dass Ihre Zahlungskarten für den Auslandseinsatz mit dem gewünschten Verfügungsrahmen freigeschaltet sind. Wichtige Dokumente wie Reisetickets, Ausweise und Zahlungskarten sollten mehrfach kopiert und sicher aufbewahrt werden. Außerdem sollten Sie die Sperrnotrufnummern dabeihaben. Egal ob Sie die Nummern im Handy speichern, sich die kostenlose Sperr-App aufs Handy laden oder den SOS-Infopass von kartensicherheit.de ausdrucken – Hauptsache, Sie haben die Nummern im Notfall schnell griffbereit.