Bankkunde

Sparkassen-Chef warnt vor riskanten Anlagen

Ravensburg / Lesedauer: 2 min

Sparkassen-Chef warnt vor riskanten Anlagen
Veröffentlicht:30.03.2013, 11:05
Aktualisiert:25.10.2019, 01:00

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Die teilweise Enteignung betuchter Bankkunden in Zypern hat die Diskussion angeheizt, wie sicher Spareinlagen im Ausland sind. Einer, der schon lange davor warnt, Vermögen blindlings im Ausland anzulegen, ist der baden-württembergische Sparkassenpräsident Peter Schneider. „Die meisten Leute durchschauen nicht, welche Risiken dahinterstecken“, sagte Schneider der Schwäbischen Zeitung. Besonders ärgert sich der Sparkassenpräsident über ausländische Internet-Banken, die deutsche Anleger mit großzügigen Zinsen lockten – Geld, das überdies zur Finanzierung des deutschen Mittelstands fehle. Den ausländischen Banken bescheinigt er „oberwackelige Geschäftsmodelle“. Sie zögen Ersparnisse aus Deutschland ab. „Wenn Sie Glück haben, wird das Geld in Immobilien angelegt, oft aber auch in Staatsanleihen.“

Solche Banken bieten oft Zinsen, mit denen Sparkassen, Genossenschaftsbanken oder Institute wie die Deutsche Bank nicht mithalten können. So bietet die türkische Garanti Bank nach Berechnungen der Datenbank Biallo aktuell bei einem Anlagebetrag von 5000 Euro auf vier Jahre 2,1 Prozent Zinsen, während der schlechteste deutsche Anbieter gerade 0,25 Prozent zahlt.

Laut Schneider haben die Deutschen Einlagen in Höhe von 80 Milliarden Euro bei Auslandsbanken. Allein vergangenes Jahr flossen 25 Milliarden ins Ausland ab. Gegenüber 2010 haben sich Einlagen deutscher Kunden bei Zweigstellen ausländischer Banken nahezu verdoppelt. Zum Vergleich: Die baden-württembergischen Sparkassen verfügen im Moment insgesamt über Einlagen in Höhe von 117 Milliarden Euro.

Der Sparkassenpräsident warnt davor, das Risiko von Geldanlagen im Ausland zu unterschätzen und sich arglos auf die europaweit garantierte Einlagensicherung zu verlassen. „Wie hoch ist die Sicherheit wirklich? Das ist entscheidend, wird aber von vielen Leuten nicht richtig eingeschätzt.“ Wenn Banken im Ausland ins Trudeln gerieten, nütze auch die beste gesetzlich garantierte Einlagensicherung nichts, „weil im Zweifel dann nichts mehr im Topf ist“. Die deutschen Sparer erhielten in der Heimat zwar nur niedrige Zinsen, hätten dafür aber bei deutschen Instituten die höchste Sicherheit. Schneider: „Zypern bestätigt den alten Grundsatz: Höhere Zinsen bedeuten immer auch höheres Risiko.²