StartseiteWirtschaftSo bleibt das Haus trotz Stromrationierung warm

Wirtschaft

So bleibt das Haus trotz Stromrationierung warm

Berlin / Lesedauer: 3 min

Wärmepumpen können mit einem Pufferspeicher betrieben werden. Der Hersteller Bosch gibt Tipps dazu, wie die Heizung weiterläuft, wenn der Strom mal wegbleibt.
Veröffentlicht:06.12.2023, 19:00

Artikel teilen:

Auf einen schnellen Hochlauf von Wärmepumpen und privaten Ladeeinrichtungen für E-Autos ist der größte Teil der örtlichen Stromverteilnetze noch nicht ausgelegt. Die Netzbetreiber dürfen Stromverbrauch daher runterregeln, so die Bundesnetzagentur. Kalt wird es aber trotz der kommenden Stromknappheit nicht unbedingt, erklärt jetzt der Wärmepumpenhersteller Bosch.

Zunächst erklärt das Unternehmen: „Beziehen elektrische Verbraucher mehr Strom aus dem Netz, als die Kraftwerke bereitstellen können, kann dies zu einem Absinken der Netzfrequenz führen.“ Weil aber „sowohl Verbraucher als auch Kraftwerke“ auf eine „möglichst gleichbleibende Frequenz angewiesen“ seien, könne es „im schlimmsten Fall zum Ausfall von Kraftwerken und damit zu einem Stromausfall kommen“.

Auf der Seite des Wärmepumpenherstellers heißt es weiter: „Eine EVU-Sperre verhindert, dass Wärmepumpen zu Spitzenlastzeiten Strom verbrauchen. Das Energieversorgungsunternehmen (EVU) richtet für Wärmepumpen, die mit Strom zum günstigen Wärmepumpentarif betrieben werden, eine Sperrzeit ein. In dieser Sperrzeit wird die Wärmepumpe abgeschaltet, um so das Stromnetz zu entlasten.“

Die Bundesnetzagentur teilte unterdessen mit, dass es sich nicht um eine komplette Sperre handeln werde und spricht von dimmen. „Dabei muss immer eine Mindestleistung zur Verfügung stehen, damit Wärmepumpen betrieben und Elektroautos weiter geladen werden können“, so die Bundesnetzagentur.

Diese Spitzenlastenzeiten liegen laut Bosch „für gewöhnlich am Morgen, Mittag und Abend, also dann, wenn der Stromverbrauch besonders hoch ist“.

Wie bleibt es trotzdem kuschlig warm?

Damit es trotzdem kuschelig warm bleibt, hat der Wärmepumpenhersteller folgende Tipps: Ein Pufferspeicher wird während der Heizphasen von der Wärmepumpe aufgeladen und liefert anschließend während der Sperrzeiten die benötigte Heizwärme. Allerdings muss der Pufferspeicher dafür über ein ausreichend hohes Temperaturniveau verfügen. Die Wärmepumpe muss dementsprechend leistungsfähiger ausgelegt werden.

Eine Fußbodenheizung kann ebenfalls helfen. Diese arbeitet nicht nur mit einer niedrigen Vorlauftemperatur, was die Effizienz der Wärmepumpe erhöht. Der Fußboden selbst dient bei einer Fußbodenheizung zugleich als Wärmespeicher, der einen Teil der Heizungswärme aufnimmt und erst langsam in den Raum abgibt. Auch ein elektrischer Heizstab kann die benötigte Wärme im Fall der Fälle bereitstellen.

Dieser benötigt allerdings wesentlich mehr Strom als eine Wärmepumpe und bezieht den Strom zudem zum regulären Preis. Die Energieeffizienz des Heizungssystems sinkt dadurch. Unter Umständen kann auch eine Brennwerttherme für Gas oder Heizöl zur Überbrückung der Sperrzeiten dienen.

Kann ich die Rationierung umgehen?

Ja - allerdings kostet das Geld. Bosch teilt mit, das sei möglich, „wenn Sie dafür auf den günstigen Wärmepumpenstrom verzichten. Betreiben Sie Ihre Wärmepumpe mit Strom zum regulären Strompreis, steigen allerdings auch die Heizkosten“.

Wie entwickeln sich die Stromkosten?

Und das könnte teuer werden: Denn aufgrund der vom Bundesverfassungsgericht untersagten Verschiebung von Corona-Milliarden auf den Klima- und Transformationsfonds wird die Strompreisbremse früher ausgesetzt als ursprünglich versprochen. Bundesfinanzminister Christian Lindner hatte im Deutschlandfunk kürzlich bestätigt:. „Strom- und Gaspreisbremsen laufen aus. Die werden zum 31.12. beendet werden müssen.“ Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), bezeichnete es als „falsche Entscheidung“, die Preisbremsen auslaufen zu lassen. „Für die kommenden Wintermonate wäre eine Verlängerung ein wichtiges Signal für Stabilität und Sicherheit an die Verbraucherinnen und Verbraucher.“ Niemand wisse, wie sich die Preise an den Energiemärkten in den kommenden Monaten entwickelten, so Andreae. Auch die Verbraucherzentralen äußerten sich ablehnend zum Aus der Preisbremsen. Das „derzeitige Chaos um den Bundeshaushalt“ dürfe nicht einseitig zulasten der Verbraucher gehen, kritisierte ihr Bundesverband VZBV. Steigende Preise kündigten sich auch bei den Strompreisen durch den Wegfall des Bundeszuschusses bei den Stromnetzentgelten an. „Auf die privaten Haushalte kommen also deutlich steigende Preise zu“, sagte die frühere Berliner Grünen-Senatorin und jetzige VZBV-Chefin Ramona Pop.