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Ravensburger punktet mit Familienspielen und Sammelkarten

Nürnberg / Lesedauer: 3 min

Angesichts der vielen Unsicherheiten und der gebremsten Kauflust erwartet auch die sonst krisenresistente Spielwarenbranche in diesem Jahr weniger Umsätze. Nun hofft der Handel auf das für die Branche so wichtige Weihnachtsgeschäft.
Veröffentlicht:29.11.2023, 18:00

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Angesichts der vielen Unsicherheiten und der gebremsten Kauflust erwartet auch die sonst krisenresistente Spielwarenbranche in diesem Jahr weniger Umsätze. Nun hofft der Handel auf das für die Branche so wichtige Weihnachtsgeschäft. Ravensburger setzt unter anderem auf das Sammelkartenspiel Disney Lorcana als starkes Zugpferd.

Milliardenumsätze mit Spielzeug

Nach einer Prognose des Handelsverbands Spielwaren (BVS) werden die Verbraucherinnen und Verbraucher in diesem Jahr 4,5 Milliarden Euro für Spielzeug ausgeben und damit etwa vier Prozent weniger als im Vorjahr. „Wir gehen mit Blick auf Weihnachten trotzdem optimistisch in die heiße Phase“, sagte Verbandsgeschäftsführer Steffen Kahnt in Nürnberg: „Beim Kind wird zuletzt gespart.“

148 Euro gaben die Verbraucherinnen und Verbraucher vergangenes Weihnachten nach einer Umfrage im Auftrag des BVS im Durchschnitt pro Kind für Spielzeuge aus. Ob das in diesem Jahr wieder so sein wird, ist allerdings fraglich. Es werde nicht nur weniger gekauft, sondern auch verstärkt auf den Preis geachtet, erläuterte Joachim Stempfle vom Marktforschungsinstitut Circana. Hochpreisige Spielzeuge entpuppten sich aktuell eher als Ladenhüter. Besonders gefragt seien dagegen Action- und Spielfiguren, Sammelkarten, Brettspiele, Puzzles und Plüschartikel.

Sammelkartenspiel „Disney Lorcana“ legt guten Start hin

„Die Weihnachtszeit bedeutet für unser Unternehmen Hochsaison. Diese hat für Ravensburger gerade erst begonnen. Wir sind für das Weihnachtsgeschäft verhalten optimistisch, was unser klassisches Spielwarensegment angeht. Insbesondere das Spielesegment entwickelt sich positiv“, so Yasin Ates, Managing Director bei Ravensburger für den deutschsprachigen Markt auf Anfrage der „Schwäbischen Zeitung“. Mit dem Sammelkartenspiel „Disney Lorcana“, das seit Anfang September auf dem Markt ist, habe Ravensburger „ein neues, starkes Zugpferd in diesem Segment“. Kernzielgruppen seien Erwachsene von 20 bis 35 Jahren und Disney Fans. Das Sammelkartenspiel habe „einen unglaublich guten Start hingelegt“, so Ates weiter. Anfang Dezember und damit genau richtig zur Vorweihnachtszeit komme bereits das zweite Set.

Besonders nachgefragt seien außerdem Spieleklassiker wie „Das verrückte Labyrinth“ und „Lotti Karotti“, aber auch Neuheiten wie das Partyspiel „LOL: Last One Laughing“ zur gleichnamigen beliebten Comedy-Show bei Prime Video oder „Mycelia“, ein Spiel für die ganze Familie. Gefragt sei nach wie vor auch das Lernsystem Tiptoi für die Kleinsten und „GraviTrax Junior“, eine eigene Produktlinie des Kugelbahnsystems GraviTrax, für Kinder von drei bis sieben Jahren.

Ravensburger will im kommenden Jahr die Preise stabil halten

Auch Ravensburger geht davon, dass „das Geld sicherlich bei den Verbrauchern nicht mehr so locker sitzt“, so Ates. Doch bekanntlich werde an Kindern zuletzt gespart, sagt auch der Manager. Der baden-württembergische Hersteller hat die Preise bereits Anfang des Jahres angepasst, „um die Auswirkungen der Inflation sowie die gestiegenen Beschaffungs- und Energiekosten für das Unternehmen zum Teil abzufedern.“ Die Preissteigerung lag den Angaben zufolge im „unteren einstelligen Prozentbereich“. Im kommenden Jahr plane man, die Preise stabil zu halten, so Ates.

„Die Spielwarenbranche an sich steckt nicht in der Krise“, betonte DSVI-Geschäftsführer Ulrich Brobeil. „Die Branche ist robust und für die nächsten Jahre gut aufgestellt.“ Es seien einzelne Unternehmensmodelle, die zurzeit auf dem Prüfstand stehen.