Rettungsprogramm

Der Staat muss den Worten Taten folgen lassen – schnell

Wirtschaft / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Krise bedroht viele Unternehmen in ihrer Existenz. Der Staat unternimmt viel. Doch vor allem muss es schnell gehen und unbürokratisch, kommentiert Wirtschaftsredakteur Andreas Knoch.
Veröffentlicht:20.03.2020, 21:07
Aktualisiert:24.03.2020, 19:07

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Außergewöhnliche Zeiten erfordern auch außergewöhnliche Schritte – mit dieser Formulierung hat EZB-Präsidentin Christine Lagarde in der Nacht von Donnerstag auf Freitag das gigantische Rettungsprogramm der Notenbank auf aktuelle 1,1 Billionen Euro aufgestockt.

Am Freitag legte die Bundesregierung nach: Ein Rettungsschirm für Selbstständige, Unternehmen und Banken soll kommen – angeblich 500 Milliarden Euro schwer. Schwarze Null und Schuldenbremse werden kassiert.

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Es ist die Zeit der großen Zahlen. Wieder einmal. Nicht kleckern, klotzen heißt die Devise angesichts der Verwerfungen in der Wirtschaft. Und die werden mit jedem Tag, an dem die Bänder in der Industrie stillstehen, an dem Restaurantbesitzer schließen müssen und an dem Einzelhändler vergeblich auf Kunden warten, schlimmer. Liegen Ökonomen richtig, schlittert Deutschland, schlittert die Welt in eine Rezession, die selbst die Wirtschaftskrise 2008/2009 in den Schatten stellen wird.

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Doch große Zahlen allein retten keine in Not geratene Firma und keinen vor dem Nichts stehenden Selbstständigen. Jetzt kommt es auf Schnelligkeit an. Wenn Tausende Taxifahrer, Ladeninhaber und Wirte von heute auf morgen unverschuldet mittellos dastehen, die Miete fürs Geschäft nicht mehr zahlen und Besorgungen nicht mehr erledigen können, wenn Firmen Absatzmärkte wegbrechen und wegen laufenden Fixkosten binnen Wochen die Insolvenz droht, ist nicht die Zeit für langwierige Antragsprozeduren, für die sprichwörtliche deutsche Gründlichkeit. Auch Kredite helfen nur bedingt. Jetzt ist Cash König. Jetzt müssen Pauschalbewilligungen im Schnellverfahren her. Jetzt muss der Staat aufs Ganze gehen.

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Er muss dafür sorgen, dass Firmen mit intakten Geschäftsmodellen am Leben, dass Selbstständige und Verbraucher zahlungsfähig bleiben – bevor ganze Kreisläufe kollabieren und die Wirtschaft in die Depression abrutscht. Deutschland ist dafür vergleichsweise gut gewappnet, die Staatsfinanzen geben es her. Die Bundesregierung hat versprochen, dass Geld schnell und unbürokratisch fließen soll. Nun müssen den Worten Taten folgen.