ZEW-Konjunkturerwartungen deutlich aufgehellt

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Deutsche Presse-Agentur

Wegen der Maßnahmen gegen die Wirtschaftskrise hat sich die Stimmung deutscher Finanzexperten im Februar wesentlich stärker als erwartet aufgehellt.

Die ZEW-Konjunkturerwartungen seien um 25,2 Punkte auf minus 5,8 Punkte gestiegen, teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mit.

Volkswirte hatten mit einer viel geringeren Aufhellung auf minus 25 Punkte gerechnet. Trotz des vierten Anstiegs in Folge liegen die Erwartungen aber noch immer unter ihrem historischen Mittelwert von 26,4 Punkten. Die Lageeinschätzung trübte sich hingegen weiter um 9,1 Punkte auf minus 86,2 Punkte ein.

"Derzeit geht es mit der Konjunktur weiter bergab. Das Erreichen der Talsohle wird allerdings in den nächsten Monaten erwartet", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz laut Mitteilung. Ab Mitte des Jahres schicke sich die Konjunktur dann an, sich allmählich aus dem Tief zu befreien. "Ein Hoffnungsschimmer "nicht mehr, aber auch nicht weniger", sagte Franz.

Die fiskal- und geldpolitischen Maßnahmen zur Stimulierung der Konjunktur dürften die Erwartungen positiv beeinflusst haben. Außerdem dürften die zurückgehenden Rohstoff- und Nahrungsmittelpreise den privaten Konsum stützen.

Auch aus Sicht der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) stützt der unerwartet kräftige Anstieg der ZEW-Konjunkturerwartungen die Hoffnungen auf eine allmähliche konjunkturelle Stabilisierung in der zweiten Jahreshälfte. Für das ifo-Geschäftsklima, das in der nächsten Woche veröffentlicht wird, stelle die ZEW-Umfrage insgesamt eine positive Indikation dar, heißt es in einer Studie. Am Finanzmarkt blieb die Reaktion verhalten. Der Euro erholte sich nur zeitweise etwas und auch am deutschen Aktienmarkt verpuffte die zunächst positive Reaktion rasch.

Für die Entwicklung in der gesamten Eurozone ergibt sich im Februar ein ähnliches Bild. Während die Konjunkturerwartungen laut ZEW um 22,1 Punkte auf minus 8,7 Punkte zulegten, sank der Indikator für die aktuelle Lage um 6,3 Punkte auf minus 91,0 Punkte. An der Umfrage des ZEW haben sich im Januar 310 Analysten und institutionelle Anleger beteiligt. Sie wurden nach ihren mittelfristigen Erwartungen über die Konjunktur- und Kapitalmarktentwicklung befragt. Die Umfrage fand vom 2. bis 16. Februar statt.

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