Zehn Jahre Airbnb: Von der fixen Idee zur Goldgrube

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Airbnb ist mit über fünf Millionen gelisteten Unterkünften in 191 Ländern und 81 000 Städten weltweit präsent.
Airbnb ist mit über fünf Millionen gelisteten Unterkünften in 191 Ländern und 81 000 Städten weltweit präsent. (Foto: AFP)
Deutsche Presse-Agentur
Hannes Breustedt

Airbnb ist zu einem der wertvollsten Start-ups weltweit geworden. Das Unternehmen aus San Francisco wird von Investoren auf 31 Milliarden Dollar (27 Milliarden Euro) taxiert.

„Vergesst Hotels“ verkündete Airbnb beim Start vor zehn Jahren selbstbewusst. Dass dem etablierten Gastgewerbe ein großer Rivale entstehen würde, der die Tourismusbranche kräftig umkrempelt, konnte damals noch keiner ahnen. Doch das Unternehmen aus San Francisco wuchs rasant und entwickelte sich rasch zu einem der wertvollsten Start-ups weltweit. Heute wird Airbnb von Investoren auf rund 31 Milliarden Dollar (27 Milliarden Euro) taxiert.

Das Ganze entstand aus einer fixen Idee der Firmengründer Brian Chesky und Joe Gebbia: Weil sie sich ihr Apartment in San Francisco nicht leisten konnten, stellten sie drei Luftmatratzen ins Wohnzimmer, um sie an Besucher einer Design-Konferenz zu vermieten. Im Preis inbegriffen war Frühstück. So ergab sich der Name „Air bed and breakfast“ – Luftmatratze und Frühstück – mit dem es am 11. August 2008 losging. Später wurde er zu Airbnb verkürzt.

Ursprünglich hätten er, Gebbia und der dritte Gründer Nathan Blecharczyk eine Plattform zur Mitbewohnersuche aufbauen wollen, sagt Chesky. Nach viermonatiger Arbeit sei ihnen aufgefallen, dass es diesen Service bereits gibt. So kam es zu Airbnb – oder wie Chesky amüsiert sagt: „Der schlechtesten Idee, die jemals funktioniert hat“. Heute ist das Unternehmen laut eigenen Angaben mit über fünf Millionen gelisteten Unterkünften in 191 Ländern und 81 000 Städten weltweit präsent. Zum Vergleich: Der weltgrößte Hotelkonzern Marriott hatte mit seinen rund 30 Marken Ende 2017 etwa 1,3 Millionen Zimmmer im Angebot. Airbnb hat sich vom Stachel im Fleisch zum gefährlichen Wettbewerber entwickelt. Mit dem Service „Trips“, der Ausflüge, Events und andere Ferienerlebnisse vermittelt, macht die Firma zudem auch Reiseveranstaltern Konkurrenz.

Die Wall Street fiebert auf den Börsengang von Airbnb hin. Doch Chesky hat keine Eile: „Lasst es mich direkt ansprechen: Wir werden 2018 nicht an die Börse gehen“, teilte er schon im Februar mit. Anfang 2017 hatte er von einem „Zweijahresprojekt“ gesprochen. Chesky ist erst 36 Jahre alt, aber schon mehrfacher Milliardär. Kritik und Ärger begleiten den rasanten Aufstieg von Airbnb schon lange. In Großstädten wie Berlin, Amsterdam oder Madrid wurden die Regeln für Airbnb deutlich verschärft. In der deutschen Haupstadt war es zwischenzeitlich sogar ganz verboten, Ferienwohnungen auf dem Portal zu inserieren. Auch in Paris und New York, zwei der lukrativsten Standorte, gibt es seit Jahren Konflikte. New York erließ diese Woche eine Verordnung, wonach das Unternehmen künftig eine Liste seiner Gastgeber sowie Informationen über sämtliche getätigte Transaktionen an die Behörden übermitteln muss.

Airbnb soll 2017 seinen ersten Jahresgewinn geschafft haben. Vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen habe Airbnb 100 Millionen Dollar (81 Millionen Euro) verdient, berichtete die „Financial Times“. Die Buchungen seien um 150 Prozent gestiegen, der Umsatz habe über 3,5 Milliarden Dollar erreicht.

Airbnb ist zu einem der wertvollsten Start-ups weltweit geworden. Das Unternehmen aus San Francisco wird von Investoren auf 31 Milliarden Dollar (27 Milliarden Euro) taxiert.

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