Wiedeking prangert Götzendienst der Wirtschaft an

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Deutsche Presse-Agentur

Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking hat die Jagd auf schnelle Renditen angeprangert. „Unternehmen, die nur kurzfristigen finanziellen Kennzahlen wie Shareholder Value oder Quartalsrenditen hinterher rennen, müssen nun erkennen, dass sie damit einem Götzen gedient haben“.

Das schreibt Wiedeking in einem Gastbeitrag für die „Financial Times Deutschland“ (Montag). Er sieht in der Finanz- und Wirtschaftskrise eine fundamentale Sinnkrise: Sie markiere das definitive Ende des Finanzkapitalismus, wie er insbesondere in den angelsächsischen Ländern propagiert wurde. Wiedeking plädiert für eine härtere Regulierung der Märkte. „Eine global immer stärker verflochtene Wirtschaft kann auf Dauer nur zum Wohl der Menschen funktionieren, wenn es klare Regeln und vor allem internationale Institutionen gibt, die für deren Einhaltung sorgen.“

Zugleich verteidigt der Porsche-Chef die Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Krise, darunter auch das Gesetz zur Enteignung von Bankaktionären. Der Staat verleibe sich nicht rigoros privates Vermögen ein. „Er übernimmt nur, was ohne seine Geldspritzen ganz offensichtlich längst wertlos wäre.“

Er fügte hinzu, „in der größten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit ist schnelles und pragmatisches Handeln gefragt“. Deshalb gehe es im Moment nicht um Prinzipientreue, sondern um die Rettung vor dem Schlimmsten. Bislang hätten die europäischen Regierungen im Kampf gegen die Krise alles in allem richtig gehandelt.

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