Nadine Wahl

Gut ein Jahr dauerten der Anbau und die Sanierung, die Familie Gläsle aus Reichenbach bei Bad Schussenried von Ende 2008 bis Anfang 2010 stemmten.

Da das bestehende Gebäude zu kleine Zimmer hatte, die Heizkosten stiegen und die Familie im Winter ihre Räume nicht warm bekam, entschieden sie sich für die Sanierung. „Das Haus wurde in den Rohbau zurückversetzt und mit einem Anbau versehen“, erklärt Gläsle. Dabei erweiterten sie ihr Heim von 104 auf 175 Quadratmeter und machten aus dem gemauerten Siedlungshaus aus den 1950er-Jahren ein Effizienzhaus 70. Das heißt, das Gebäude benötigt nur 70 Prozent der Energie, die ein vergleichbarer Neubau laut Energieverordnung EnEV 2007 einhalten muss.

Dach, Außenwände, Innenwände, Kelleraußenwand sowie Kellerdecke wurden mit verschiedensten Dämmmaterialen eingepackt. Auf der Süd- und Westseite wurden die Fenster bis an den Boden reichend erweitert, um im Winter die Sonneneinstrahlung nutzen zu können. Auch die alte Ölheizung musste raus: Nun wird das Haus über eine Erdwärmepumpe beheizt. Während bis vor der Sanierung und dem Heizungstausch zwischen 1500 und 2000 Euro im Jahr für Heizöl anfielen, kommt die Familie nun mit einem Bruchteil davon aus – und das bei erweiterter Wohnfläche.

Dennoch rät Gläsle Hausbesitzern, die über eine Sanierung nachdenken, Kosten und Nutzen gut miteinander abzuwägen. Durch den Wegfall des günstigen Wärmepumpentarifs, den sie anfangs noch von EnBW beziehen konnten, haben sich die Stromkosten für die Heizung der Familie seit der Sanierung von 440 Euro (2010) auf 840 Euro im Jahr (2013) fast verdoppelt. Eine Amortisierung der Sanierungskosten wird daher frühestens für 2030 erwartet.

Den Gläsles war es möglich, ihre Sanierung mit einem günstigen KfW-Darlehen sowie weiteren Kleinförderungen teilzufinanzieren. Dennoch deckten die Fördermittel nur etwa fünf bis sechs Prozent der Gesamtbaukosten ab. „Wir hätten die Sanierung vermutlich auch ohne Fördermittel durchgeführt“, sagt Ralf Gläsle. Doch natürlich ist für ein solches Großprojekt jede Finanzspritze hilfreich. Was am Ende für die Gläsles aber zählt, ist das neue Wohngefühl – und dafür haben sich Geld und Aufwand gelohnt.

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