„Vermögende investieren vielfältiger“

Lesedauer: 3 Min
Andreas Müller, Vorstand der Mannheimer Performance IMC Vermögensverwaltung.
Andreas Müller, Vorstand der Mannheimer Performance IMC Vermögensverwaltung. (Foto: oh)
Schwäbische Zeitung

Andreas Müller, Vorstand der Mannheimer Performance IMC Vermögensverwaltung, analysiert, wie reiche Leute ihr Vermögen vermehren und was Kleinanleger daraus lernen können.

Wie schaffen es die Reichen, ihr Vermögen stetig zu vermehren, während normale Anleger kaum mehr Zinsen bekommen?

Der typische Sparer in Deutschland setzt immer noch überwiegend auf Anlageformen wie Lebensversicherung, Sparbuch oder Festgeld, die derzeit wenig Rendite bringen. Vermögende investieren dagegen eher in verschiedene Anlageformen wie etwa Aktien, Anleihen oder Immobilien, aber auch zum Teil in Sammlersachwerte wie Oldtimer und Kunstobjekte.

Was ist dabei der Clou?

Das Ausbalancieren von Risiken und Chancen durch Diversifizierung. Das heißt, das Vermögen wird auf viele Anlagen verteilt, die mit etwas höherem Risiko mehr Erträge erreichen können. Das hat den entscheidenden Vorteil, wenn es in einem Bereich nicht so gut läuft, ist nicht gleich das ganze Kapital weg und die Gewinne der anderen Anlagen können die Verluste ausgleichen.

Machen denn Millionäre weniger Investmentfehler als Kleinanleger?

Da unterscheiden sie sich kaum. Zum Beispiel konzentrieren sich Anleger unabhängig von der Vermögensgröße allzu gerne auf die vertrauten heimischen Märkte und vernachlässigen so die Risikostreuung. Egal ob Millionär oder Kleinanleger, ohne gute Beratung werden Entscheidungen zu oft aus dem Bauch heraus getroffen.

Funktioniert eine Risikostreuung auch bei kleineren Sparbeträgen?

Etwa über Fonds können auch kleinere Beträge in breit gestreute Mischungen von Aktien, Anleihen oder Immobilien aus der ganzen Welt investiert werden. Allerdings darf dabei nicht die eigene Risikoneigung und der Liquiditätsbedarf vergessen werden. Es ist eine Typfrage, ob es Anlegern den Schlaf kostet, falls ein Aktienfonds auch mal zeitweise zweistellig ins Minus rutscht. Wichtig ist eine ausreichende Reserve an flüssigem, also schnell verfügbarem Geld, wenn überraschend der Kauf eines neuen Autos oder die Reparatur des Hausdaches ansteht. Was über diesen Notgroschen hinausgeht, sollte möglichst diversifiziert angelegt werden.

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen