US-Wirtschaft schrumpft um 3,8 Prozent

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Deutsche Presse-Agentur

Die US-Wirtschaft ist im Schlussquartal 2008 so stark wie seit 27 Jahren nicht mehr geschrumpft. Nach Zahlen des US-Handelsministeriums vom Freitag ging die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal annualisiert um 3,8 Prozent zurück.

Dies ist das größte Wachstumsminus seit dem ersten Quartal 1982. Volkswirte hatten allerdings ein noch größeres Minus erwartet. Auf das Jahr hochgerechnet wurde mit einer Rate von minus 5,4 Prozent gerechnet.

Nachdem die USA bereits im dritten Quartal um 0,5 Prozent geschrumpft sind, befindet sich die US-Wirtschaft nun auch nach einer gängigen Definition in einer Rezession. Zwar hatte das Nationale Büro für Wirtschaftsforschung (NBER) Ende 2008 den Beginn der US-Rezession auf Ende 2007 datiert. Die ökonomische Definition mit zwei aufeinander folgenden Quartalen negativer Wachstumsraten ist jedoch erst jetzt erfüllt. Im zweiten Quartal war die US-Wirtschaft noch um 2,8 Prozent gewachsen.

Für das Gesamtjahr ergibt sich laut Handelsministerium ein Wachstum von 1,3 Prozent. Dies ist das schwächste Wachstum seit dem Jahr 2001. Im vierten Quartal wurde die US-Konjunktur vor allem von schwachen Konsumausgaben und Investitionen belastet. So sanken die Ausgaben der Verbraucher, die für zwei Drittel der Wirtschaftsleistung stehen, um 3,5 Prozent. Die Investitionen der Unternehmen brachen um 19,1 Prozent ein. Dies ist der stärkste Rückgang seit über dreißig Jahren.

Wegen der schwachen Wirtschaftsleitung verringerte sich der Preisauftrieb im vierten Quartal deutlich. Die annualisierte Kernrate des Preisindex PCE lag bei 0,6 Prozent. Dies ist der niedrigste Wert seit über 45 Jahren. Im dritten Quartal hatte die Kernrate noch bei 2,4 Prozent gelegen. Die Kernrate des PCE wird von der US-Notenbank besonders beachtet.

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