Thomas Cook meldet Einbruch bei Buchungszahlen

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Deutsche Presse-Agentur

Der deutsch-britische Touristikkonzern Thomas Cook setzt angesichts deutlicher Zurückhaltung der Urlauber auf Spätbucher.

In Kontinentaleuropa mit dem wichtigsten Markt Deutschland brachen die Buchungen für den Sommer um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ein, wie der zweitgrößte Urlaubsanbieter Europas am Donnerstag in London mitteilte. In Nordeuropa verfehlte Thomas Cook die Vorjahreszahlen bislang sogar um 24 Prozent, in Großbritannien sind es 11 Prozent weniger. Vorsorglich waren bereits die Kapazitäten gesenkt worden. Die Reisepreise sind in allen drei Märkten gestiegen.

Trotz der bislang geringen Buchungszahlen erwartet das Unternehmen aber volle Flieger und Hotelbetten. „Die Leute werden ihren Urlaub noch buchen, aber sie machen das eben später“, sagte Thomas-Cook-Chef Manny Fontenla-Novoa in einer Telefonkonferenz. Diese Entwicklung habe er bereits während der vergangenen Rezession erlebt - und auch in der laufenden Wintersaison.

„Alle Umfragen sagen uns, dass die Menschen Geld für den Urlaub ausgeben werden“, zeigte er sich trotz Wirtschaftskrise zuversichtlich. In der laufenden Wintersaison fiel der Buchungsrückgang nach Unternehmensangaben geringer aus.

Im traditionell schwachen ersten Quartal seines Geschäftsjahres (30. September) hat der mehrheitlich zu Arcandor gehörende Touristikkonzern seinen Verlust im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig von 84,2 Millionen Pfund auf 81,5 Millionen Pfund (90,1 Mio Euro) gesenkt. Der Umsatz legte von 1,5 auf 1,8 Milliarden Pfund (1,99 Mrd Euro) zu. Das Management hielt an seinen Ergebniszielen für das nächste Geschäftsjahr fest. 2009/2010 soll ein operativer Gewinn von 480 Millionen Pfund (530 Mio Euro) ausgewiesen werden.

Die geplante Komplettübernahme des Ferienfliegers Condor will Thomas Cook umgehend über die Bühne bringen. Die restlichen 24,9 Prozent der Condor-Anteile werde das Unternehmen noch in dieser Woche von der Lufthansa übernehmen, sagte Fontenla-Novoa. Bis Ende März solle die Transaktion abgeschlossen sein. Thomas Cook zahlt für den Anteil schon früher vereinbarte 77,19 Millionen Euro an die Lufthansa. Condor soll nach mehreren gescheiterten Fusionsversuchen als vollständige Thomas-Cook-Tochter weiter operieren. „Ich bin sehr zufrieden mit Condor“, sagte Fontenla-Novoa. Auslastung und Margen der Fluglinie hätten sich deutlich verbessert.

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