Teuerung hält sich in Grenzen

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Deutsche Presse-Agentur

Preisabschläge an den Zapfsäulen und beim Heizöl halten die Teuerung in Deutschland auf niedrigem Niveau. Zwar zog die jährliche Teuerungsrate im Februar erstmal seit einem halben Jahr mit stetig sinkenden Werten wieder leicht an, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Die Rate blieb aber mit 1,0 Prozent deutlich unter der Marke von 2,0 Prozent, bis zu der die Europäische Zentralbank (EZB) Preisstabilität gewahrt sieht. Seit Juli (3,3 Prozent) war die Teuerungsrate kontinuierlich zurückgegangen, im Januar war mit 0,9 Prozent der niedrigste Wert seit Anfang 2004 erreicht worden. Von Januar auf Februar erhöhten sich die Verbraucherpreise um 0,6 Prozent. Die Wiesbadener Behörde bestätigte mit den Zahlen ihre erste Schätzung von Ende Februar.

Die Bundesbank rechnet ebenso wie die EZB im laufenden Jahr mit negativen Jahresinflationsraten. Dies sei aber insbesondere ein statistischer Effekt in Folge der hohen Energiepreise im Sommer 2008. „Das hat aber auch gar nichts mit Deflation zu tun“, sagte Bundesbankpräsident Axel Weber in Frankfurt.

Deflation ist ein gefährliches Wechselspiel zwischen fallenden Preisen und dem abwartenden Verhalten der Konsumenten. Ein solches sei aber im Moment nicht erkennbar, sagte Weber. Vielmehr empfänden Verbraucher gesunkene Preise derzeit sowohl an den Zapfsäulen als auch im allgemeinen Konsum als willkommene Entlastung ihrer Kaufkraft und eben nicht als Grund für Kaufzurückhaltung. Für das Gesamtjahr 2009 erwartet Weber für Deutschland eine Teuerungsrate nahe null Prozent, 2010 etwas darüber.

Der weiterhin niedrige Wert im Februar ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vor allem auf kräftige Preisabschläge bei Heizöl (minus 27,1 Prozent) und Kraftstoffen (minus 12,6 Prozent) zurückzuführen. Ohne Einrechnung der Mineralölprodukte hätte die jährliche Teuerung im Februar mit 1,9 Prozent deutlich höher gelegen. Überdurchschnittlich verteuerten sich gegenüber dem Vorjahresmonat dagegen Gas (plus 18,9 Prozent), Umlagen für Zentralheizung (plus 15,5 Prozent) und Strom (plus 5,8 Prozent). Die Preise für Nahrungsmittel lagen im Februar 2009 im Schnitt um 1,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Der Preisanstieg von Januar auf Februar ist nach Angaben der Statistiker maßgeblich darauf zurückzuführen, dass Pauschalreisen (plus 10,0 Prozent) saisonüblich teurer wurden. Die Preise für Nahrungsmittel blieben im Schnitt stabil. Die Kraftstoffpreise zogen etwas an (plus 1,8 Prozent), während Heizöl erneut günstiger wurde (minus 7,9 Prozent).

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