Telefonieren ohne Flatrate: Call-by-Call-Anrufe erleben eine Renaissance

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Vor allem für ältere Telefonkunden und Menschen, die keine digitalen Dienste nutzen können oder möchten, sind die preiswerten Ta
Vor allem für ältere Telefonkunden und Menschen, die keine digitalen Dienste nutzen können oder möchten, sind die preiswerten Tarife der Call-by-Call-Methode oft eine wichtige Alternative. (Foto: Sebastian Gollnow/dpa)
Fritz Himmel

In Corona-Zeiten bei Telekom-Kunden zunehmend begehrt ist die Call-by-Call-Methode, also die Möglichkeit, Telefongespräche oder Internetverbindungen über einen anderen Anbieter als den Telefonanschluss-Anbieter zu führen. Sie bietet beim Telefonieren nach wie vor ein hohes Einsparpotenzial.

Die Nutzung der preisgünstigen Call-by-Call-Methode beim Telefonieren ist in Zeiten der Corona-Pandemie laut Anbieterangaben zum Teil um bis zu 50 Prozent angestiegen. Die Sparvorwahlen helfen, dass auch Menschen mit kleinem Budget oder ohne Internetanbindung in diesen Krisenzeiten den Kontakt vor allem zu Familie und Freunden pflegen können. Call-by-Call ist von den allermeisten Telekom-Kunden über deren Festnetzanschluss für In- und Auslandsgespräche sofort und ohne Anmeldung anwendbar. Vor allem für ältere Telefonkunden und Menschen, die keine digitalen Dienste nutzen können oder möchten, sind die preiswerten Tarife noch immer eine sehr wichtige Alternative. Die Sparvariante steht noch mindestens zwei Jahre zur Verfügung.

Die Deutsche Telekom hatte sich zusammen mit dem Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) und dem Deutschen Verband für Telekommunikation und Medien (DVTM) bereits vor knapp einem Jahr darauf geeinigt, das preiswerte Telefonieren über Call-by-Call und Preselection noch bis Ende 2022 weiter anzubieten. Laut Branchenverband VATM werden im Jahr insgesamt etwa fünf Milliarden Minuten über diese beiden Sparmethoden telefoniert.

„Anrufe kosten über Call-by-Call oft weniger als einen Cent, auch in ausländische Festnetze“, sagt Thomas Weiß vom Marburger Anbieter 3U. Über dessen Vorwahl 01078 sind selbst ferne Ziele wie Australien oder Kanada zu Spottpreisen zu erreichen. Zum Teil sind über die günstigen Vorwahlen Gespräche von einer Stunde zum gleichen Preis möglich, den man bei der Deutschen Telekom gerade mal für eine einzige Verbindungsminute zahlt. Die Nutzung von Call-by-Call lohnt auch für Anrufe vom Festnetz zum Handy. „Bei Gesprächen in den Mobilfunk kann der Kunde bis zu 90 Prozent einsparen“, sagt Andreas Bahr von der Sparcall/Tellmio-Gruppe. Hier fallen über die Vorwahl 01038 zurzeit nur 1,79 Cent pro Minute für Anrufe zu einem deutschen Mobiltelefon an, und zwar egal ob sich der Gesprächspartner gerade im In- oder im Ausland befindet.

Call-by-Call funktioniert ganz einfach: Für jedes einzelne Gespräch sucht man sich hierzu – je nach Tageszeit und Zielort – den preiswertesten Anbieter aus. Dann wählt man einfach vor der normalen Telefonnummer die günstige Vorwahl des jeweiligen Call-by-Call-Anbieters. Bevor die Verbindung aufgebaut wird, erfolgt noch eine kostenlose Tarifansage. So weiß man immer, wie hoch der Minutenpreis ist. Die aktuellen Call-by-Call-Tarife werden weiterhin in Tageszeitungen und auf Online-Portalen wie zum Beispiel biallo.de veröffentlicht.

Kunden, die einen Anschluss bei einem alternativen Telefonan- schluss-Betreiber wie etwa 1&1, Vodafone und O2 oder bei einem Stadtnetzbetreiber wie M-Net oder NetCologne haben, können die Call-by-Call-Methode allerdings nicht anwenden.

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