Telefonaktion zum Thema Klimasanierung: Gibt es staatliche Zuschüssen zum Einbau einer neuen Heizung

 Handwerker bei der Fassadendämmung: Für die Dämmung einer Fassade gibt es unterschiedliche Optionen, Steinwollplatten sind nur
Handwerker bei der Fassadendämmung: Für die Dämmung einer Fassade gibt es unterschiedliche Optionen, Steinwollplatten sind nur eine davon – unter anderem ein Thema bei der Telefonaktion der „Schwäbischen Zeitung“. (Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa)
Schwäbische.de

Viele Bauwillige beziehen inzwischen Klima-Faktoren in ihre Überlegungen ein. Welche Heizung ist am effizientesten? Welche Solarinstallation lohnt sich? Was bringen Dämmung und neue Fenster? Da Klimaneutralität politisch gewollt ist, gibt es diverse Förderungen. Das Problem: Das System ist unübersichtlich und die Fördertöpfe sind oft schnell leer. Bei der Telefonaktion der „Schwäbischen Zeitung“ haben Marc Ellinger vom Verband privater Bauherren und Alexander Nothaft vom Verband der Privaten Bausparkassen Fragen von Lesern zu dem Thema beantwortet. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Ich möchte eine komplette thermische Sanierung und Modernisierung meines Einfamilienhauses. An wen kann ich mich wenden?

Schauen Sie auf die Seite der KfW unter www.kfw.de, dort finden Sie eine Liste von Energieeffizienzexperten.

Ich habe eine acht Jahre alte Gasheizung. Sollte ich diese modernisieren oder tauschen?

Die Anlage kann noch mindestens 20 Jahre betrieben werden, daher empfiehlt es sich nicht, sie jetzt zu tauschen. Vielleicht denken Sie ergänzend über Photovoltaik oder eine thermische Solaranlage für Solarharvesting nach. Informieren Sie sich bei einem Energieberater oder einem gelisteten Energieeffizienzexperten.

Welche KfW-Förderung kann ich für meine Photovoltaik-Anlage mit thermischen Absorberräumen bekommen?

Sie können für die Photovoltaik-Anlage ein zinsgünstiges KfW-Darlehen erhalten. Tilgungszuschüsse sind nicht möglich. Sonderlösungen wie thermische Absorberräume wurden im Förderkatalog nicht berücksichtigt. Sie müssen individuell verhandelt werden.

Wir müssen das Flachdach eines Mehrfamilienhauses sanieren. Bekommen wir Fördermittel?

Lassen Sie sich zunächst von einem Fachmann beraten, ob ein gefördertes Vorhaben wirtschaftlich Sinn macht. Denn um förderfähig zu werden, ist ein vergleichsweise hoher Dämmstandard erforderlich. Sollten die Förderkriterien erfüllt werden, können Sie KfW-Fördermittel beantragen.

Unser Haus ist Baujahr 1969. Wir wollen die Ölheizung tauschen, aber Gas kommt nicht infrage, Fern- oder Nahwärme ebenfalls nicht. Welche Alternative haben wir, die auch gefördert wird?

Gefördert werden Pelletheizungen oder solche mit Holzhackschnitzeln. Lassen Sie sich von einem Heizungsbauer zu Ihrer individuellen Situation beraten.

Wir haben bereits die Gebäudehülle gedämmt und wollen nun die Brennwertheizung tauschen. Kommt eher eine Grundwasserwärmepumpe oder eine Luftwärmepumpe infrage?

Lassen Sie sich vom ansässigen KfW-Energieeffizienzexperten beraten, was für Sie sinnvoll und unter den aktuellen Bedingungen wirtschaftlich ist. Das lässt sich aus der Ferne leider nicht beurteilen. Für eine seriöse Empfehlung ist immer ein Vor-Ort-Besuch notwendig.

Wir wollen unsere alte Heizung austauschen. Welche Förderung gibt es dafür?

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA fördert erneuerbare Wärmeerzeugung. Solarthermieanlagen werden mit 30 Prozent bezuschusst, Biomasseanlagen und Wärmepumpen mit 35 Prozent. Beim Austausch von Ölheizungen gibt es zehn Prozent zusätzlich.

Ich habe vor über acht Wochen einen Antrag bei der Bafa für einen Zuschuss zu meiner neuen Heizung gestellt. Die Eingangsbestätigung kam sofort. Seitdem habe ich aber nichts mehr davon gehört und bleibe bei Nachfragen in der Warteschleife hängen. Was kann ich tun?

Auf der Internetseite www.bafa.de finden Sie unter „Bundesförderung für effiziente Gebäude/Förderprogramm im Überblick“ einen Hinweis auf das Bafa-Portal. Dort können Sie, so heißt es, den Bearbeitungsstand Ihres Antrages einsehen. Sie müssen sich dort aber zunächst anmelden.

Ich habe ein altes Haus gekauft. Da ist viel zu tun. Ich muss sicher Wände und Dach dämmen und brauche eine neue Heizung. Wie gehe ich jetzt am besten vor?

Hier empfiehlt sich ein Gespräch mit einem Energieberater. Unter https://www.energie-effizienz-experten.de/ können Sie sich schon auf der Startseite einen Experten in Ihrer Nähe aussuchen, der Erfahrung mit staatlichen Förderprogrammen hat. Er kann Ihnen sagen, womit Sie sinnvollerweise beginnen sollen und was dann am besten in welchen Schritten folgt.

Mein Haus ist in die Jahre gekommen. Ich würde gerne einen Energieberater bitten, sich das anzuschauen. Gibt es dafür auch staatliche Zuschüsse?

Ja, bis zu 80 Prozent der so genannten förderfähigen Beratungskosten können bezuschusst werden – maximal aber 1300 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern und 1700 Euro bei Wohngebäuden mit drei oder mehr Wohnungen.

Wird beim KfW-Förderkredit die Bonität geprüft?

Ja, wie bei jeder Kreditvergabe. Auch bei einem Kleinstdarlehen von den Bausparkassen von neuerdings bis zu 50 000 Euro ist so eine Prüfung erforderlich – allerdings vergeben Bausparkassen solche Kredite ohne Grundschuldeintragung, was Zeit und Kosten spart.

Bekomme ich eine Förderung, wenn ich den Kessel meiner Ölheizung tausche?

Eine Förderung von Ölheizungen ist an die Kombination mit erneuerbarer Energie, zum Beispiel aus einer Solaranlage, gekoppelt. Dann wird aber auch nur die Solaranlage gefördert. Wenn Sie nur den Kessel tauschen wollen, sollte dieser so vorgerüstet sein, dass Sie später auf regenerative Energien umstellen können.

Ich will eine neue Heizung einbauen lassen. Aber eigentlich hat das doch nur Zweck, wenn auch die Gebäudehülle gedämmt ist, oder?

Ja, das macht Sinn. Denn durch die energetische Sanierung von Dach, Fenster und Fassade verringert sich der Energiebedarf. Danach berechnet sich die Größe der Heizung. Lassen Sie am besten einen Energiecheck von einem Gebäudeenergieberater machen. Die Kosten einer solchen Beratung werden bezuschusst. Der Berater kann Ihnen einen Sanierungsfahrplan erstellen. Er kennt er auch die infrage kommenden Förderungen.

Wie lange haben wir Zeit, die Heizung einzubauen, wenn wir den Förderbescheid von der Bafa bekommen haben?

In der Regel sind es zwölf Monate. Sollten Verzögerungen eintreten, kann der Zeitraum noch einmal verlängert werden.

Was ist eine Gas-Hybrid-Anlage?

Das ist beispielsweise eine Kombination von Gas und Wärmepumpe oder von Gas und thermischer Solaranlage. Hybrid-Heizungen nutzen neben Gas auch erneuerbare Energien und werden deshalb staatlich gefördert.

Wir wollen unsere Ölheizung tauschen. Vor einiger Zeit ist Gas gelegt worden. Sollten wir darauf umstellen oder besser auf eine Pelletheizung?

Sprechen Sie mit einem Heizungsbauer oder Energieberater. Sie prüfen die technischen Gegebenheiten. Pellets beispielsweise müssen Sie lagern und brauchen entsprechend Platz.

Wir wollen unser Dachgeschoss dämmen. Können wir Geld von der KfW mit einem Bauspardarlehen kombinieren?

Ja, das können Sie tun.

Ich will von Öl- auf Pellet-Heizung umstellen. Kann ich dafür eine staatliche Förderung nutzen?

Ja, das ist möglich. Die Förderung läuft über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkotrolle (Bafa). Die Förderung kann bis zu 45 Prozent der Gesamtkosten der Umstellung betragen. Sie müssen jedoch den Heizungsbauer zunächst selbst bezahlen. Die Abschlussrechnung reichen Sie beim Bafa ein und erhalten danach die Förderung.

Wir wollen ein Haus aus den 1960-er Jahren energetisch sanieren. Wer kann uns dafür ein Konzept erstellen?

Ein Gebäudeenergieberater. Er empfiehlt Maßnahmen wie Dämmung der Außenwände und Erneuerung der Fenster sowie der Heizung und weiß, in welcher Reihenfolge die Arbeiten auszuführen sind. Die Kosten eines Energieberaters werden bis zu 50 Prozent, maximal 5000 Euro, von der Bafa gefördert. Lassen Sie von einem Finanzierungsexperten – von Bank oder Bausparkasse – einen Finanzplan erstellen, der staatliche Förderungen berücksichtigt. Wichtig ist es, zuerst die Förderanträge zu stellen und dann mit den Arbeiten zu beginnen.

Ich habe gehört, man kann energetische Sanierung auch von der Steuer absetzen. Wie sieht das konkret aus?

Der Staat gewährt Steuerermäßigungen für die energetische Gebäudesanierung für Gebäude, die mindestens zehn Jahre alt sind. In drei Jahren könnten Sie bis zu 40 000 Euro von der Steuer abziehen. Im ersten und zweiten Kalenderjahr nach der Sanierung wird die Einkommensteuer um je sieben Prozent der Sanierungskosten ermäßigt – maximal um je 14 000 Euro. Im dritten Kalenderjahr können nochmals sechs Prozent geltend gemacht werden – maximal 12 000 Euro. Zu beachten ist, dass nur im ersten Jahr 50 Prozent der Kosten für einen Energieberater steuerlich geltend gemacht werden können. Ein Fachbetrieb muss die richtige Ausführung der Maßnahmen bescheinigen.

Kann ich die steuerliche Förderung mit einer KfW-Förderung kombinieren?

Nein, beides gleichzeitig geht nicht. Sie müssen sich entscheiden: entweder staatliche Förderung über die KfW beziehungsweise Bafa oder den Steuerbonus. Lassen Sie das durchrechnen. Die staatliche Förderung müssen Sie vor Beginn der Arbeiten beantragen, den Steuerbonus können Sie erst danach geltend machen.

Kann ich meinen Bausparvertrag für einen neuen Brennwertkessel nutzen?

Bausparverträge können für alle energetischen Maßnahmen genutzt werden. Es gibt zudem die Möglichkeit, ein Blankodarlehen bis zu 50 000 Euro bei der Bausparkasse zu beantragen – das heißt: ohne Grundbucheintrag.

Für welche energetischen Maßnahmen bekommt man den Steuerbonus?

Für fast alles, was den Energieverbrauch des Hauses deutlich reduziert – Dach und Wände dämmen, Fenster und Türen erneuern, die Heizung austauschen oder optimieren.

Wie bekomme ich den Steuerbonus?

Sie beantragen ihn zusammen mit Ihrer Steuererklärung. Lassen Sie sich die Details vom Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein erklären. Eine Fachfirma muss die Sanierung ausführen und bescheinigen, dass die technischen Anforderungen eingehalten wurden. Eine begleitende Energieberatung ist ratsam.

Fördert die KfW noch Effizienzhäuser?

Momentan können lediglich Anträge für die Effizienzhaus-Stufe 40 mit Nachhaltigkeitsklasse gestellt werden. Die maximale Kreditsumme beträgt 150 000 Euro je Wohneinheit für ein Effizienzhaus und bis zu 60 000 Euro pro Wohneinheit für Einzelmaßnahmen. Die KfW-Förderung muss vor Beginn der Arbeiten beantragt werden. Die Arbeiten müssen von Fachleuten ausgeführt werden. Die Begleitung durch einen Energie-Experten ist erforderlich. Dieser kennt auch die Details der Förder-Voraussetzungen.

Wir haben einen Bausparvertrag. Können wir den zur Finanzierung der Fassadendämmung verwenden und trotzdem noch einen staatlichen Investitionszuschuss bekommen?

Ja, das ist möglich. Stellen Sie den Förderantrag, bevor Sie mit den Fassadenarbeiten beginnen.

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