Streit um Mitbestimmung bei Porsche beigelegt

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Deutsche Presse-Agentur

Der erbitterte Streit um die Mitbestimmung in der Porsche Holding ist vom Tisch.

Er habe sich mit VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh bei einem Treffen in Stuttgart auf Eckpunkte geeinigt, sagte Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück am Mittwoch am Rande der Eröffnung des neuen Porsche Museums in Stuttgart.

„Wir haben unsere Streitpunkte ausgeräumt.“ Details der Einigung bei der Betriebsratsversammlung der Porsche Holding am Dienstag wollte er aber nicht nennen.

In der Holding werden der Sportwagenbauer und der VW-Konzern zusammengeführt. Die neue Mitbestimmungsvereinbarung solle bei einer Pressekonferenz mit Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, IG-Metall-Chef Berthold Huber und Osterloh im Februar vorgestellt werden, sagte Hück. „Die Krise schweißt alle zusammen. Wir werden das nur gemeinsam schaffen.“

Osterloh sagte: „Es ist richtig: Wir sind einen großen Schritt vorangekommen. Zwischen Uwe Hück und mir besteht Einigkeit darüber, in welchen Punkten die Mitbestimmungsvereinbarung angepasst werden soll.“ Die Einzelheiten sollten zu „gegebener Zeit“ vorgestellt werden, sagte Osterloh, der seit Dezember auch Betriebsratschef der Porsche Holding ist. Die Zusammenarbeit funktioniere bereits jetzt gut.

Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche zeigte sich glücklich über das Ende der harten Auseinandersetzung. „Alles was für eine Harmonisierung spricht ist gut“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Debatten hätten aber auch ihre guten Seiten gehabt. „Man darf nichts übertünchen, man muss arbeiten können.“ Er setze darauf, dass die jetzt gefundene Lösung tragfähig sei. „Ich hoffe, es stellt sich so heraus.

Sowohl der Aufsichtsratschef als auch Porsche-Chef Wiedeking wollten keine Details nennen. „Ich werde auf der Porsche-Hauptversammlung am Freitag etwas dazu sagen“, sagte Wiedeking der dpa.

Zwischen dem VW-Betriebsrat und Porsche hatte es in den vergangenen Monaten Streit über die Mitbestimmung gegeben, die aus Sicht des VW-Betriebsrates zulasten der viel größeren VW-Belegschaft ging. Bereits in den vergangenen Wochen waren der Sportwagenbauer und der VW-Betriebsrat aber in wichtigen Fragen auf Kompromisskurs gegangen. Im Dezember war ein Termin vor dem Stuttgarter Landgericht auf März 2009 verschoben worden, weil eine Verständigung bereits in Sichtweite war. Wie es mit dem Verfahren nun nach der Einigung weitergeht, konnte Hück noch nicht sagen.

Anfang des Jahres hatten die Stuttgarter ihren Anteil an VW auf fast 51 Prozent der Stammaktien aufgestockt. In den nächsten Monaten will der Sportwagenhersteller seine Beteiligung auf 75 Prozent hochfahren. Dass dieser Schritt bereits bei der Porsche-Hauptversammlung an diesem Freitag in Stuttgart verkündet wird, gilt aber als eher unwahrscheinlich.

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