Deutsche Presse-Agentur

Deutschlands größter Energiekonzern E.ON verordnet sich als Reaktion auf die Finanz- und Wirtschaftskrise ein Sparprogramm.

„Wir haben ein Maßnahmenpaket geschnürt, mit dem wir unsere Leistungen steigern und Kosten senken wollen“, sagte Vorstandschef Wulf Bernotat dem „Handelsblatt“ (Montag). Einzelheiten will das Düsseldorfer Unternehmen an diesem Dienstag mitteilen.

Auch beim Wettbewerber RWE stehen einen Zeitungsbericht zufolge Änderungen bevor. Der zweitgrößte deutsche Versorger wolle Erzeugung und Vertrieb deutschlandweit in einer Gesellschaft bündeln und dazu eine RWE Deutschland AG gründen, berichtete „Die Welt“ (Montagausgabe). Aufsichtsratsbeschlüsse sollen in der übernächsten Woche fallen. Eine RWE-Sprecherin wollte die Meldung nicht kommentieren.

Die Einsparungen bei E.ON seien keine Folge aktueller wirtschaftlicher Probleme, sagte Bernotat. „Wir tun das, was andere Unternehmen meist erst in der Not tun.“ Für das Sparprogramm sei das gesamte Unternehmen unter die Lupe genommen worden, „von der Erzeugung über die Netze bis zu Vertrieb und Verwaltung“. In den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres war bei dem Energieversorger das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern um 8 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro gestiegen.

Einen Stellenabbau wolle der Konzern „so weit wie möglich vermeiden“, er lasse sich aber „nicht ganz ausschließen“, sagte Bernotat weiter. E.ON beschäftigt weltweit rund 88 000 Mitarbeiter. Der Konzern hatte im vergangenen Monat angekündigt, in Großbritannien 450 Stellen zu streichen.

Auf den Prüfstand kommen bei E.ON auch alle noch nicht endgültig beschlossenen Investitionen. „Was an Projekten aber unterwegs ist, wird auch gebaut“, sagte Bernotat. E.ON will 63 Milliarden Euro bis zum Jahr 2010 investieren. Das Investitionsprogramm sieht unter anderem den Bau von 20 neuen Kraftwerken in Europa vor, davon fünf in Deutschland.

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