So sparen Sie beim Zahnarzt bares Geld

Lesedauer: 4 Min

Auch beim Zahnarzt kann man sparen, wenn man etwas flexibel ist.
Auch beim Zahnarzt kann man sparen, wenn man etwas flexibel ist. (Foto: dpa)
Schwäbische Zeitung
Annette Jäger

Ein Zahnarztbesuch kann schnell teuer werden. Doch es gibt Sparmöglichkeiten. Patienten müssen sich hierfür aber häufig als flexibel erweisen.

Zweitmeinung: Die medizinische Grundversorgung beim Zahnarzt ist sichergestellt. Eine professionelle Zahnreinigung, eine Kunststofffüllung im Backenzahn, Keramik und Gold als Füllmaterial gehören aber nicht dazu. Viele Zahnärzte pochen auf die hochwertige Versorgung. „Mit einem Nein des Zahnarztes zu einer bestimmten Behandlungsart sollte man sich nie begnügen“, rät Charlotte Henkel, Patientenberaterin von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Vielmehr sollten Patienten bei teuren Behandlungen eine Zweit- oder gar Drittmeinung einholen. Denn Zahnärzte haben finanziellen Spielraum. Bei Laborkosten für den Zahnersatz lässt sich sparen oder bei der Berechnung des Honorars. Viele Kassen bieten eine Überprüfung der ärztlichen Heil- und Kostenpläne kostenlos an (zum Beispiel TKK und BEK).

Bonusheft: Viele Krankenkassen bieten über ihre freiwilligen Zusatzleistungen zusätzliche Zuschüsse an, etwa zu einer professionellen Zahnreinigung oder zur Versiegelung von Backenzähnen bei Kindern und Jugendlichen. Diese Zuschüsse bewegen sich meist im Bereich von unter 100 Euro. Höhere Zuschüsse beim teuren Zahnersatz können Versicherte sich nur über ein gut gepflegtes Bonusheft sichern: Wer über zehn Jahre hinweg jedes Jahr zur Vorsorge geht, erhält 30 Prozent mehr Zuschuss.

Zahnplattformen: Wer bereit ist, den Zahnarzt zu wechseln, kann Geld sparen. Auf der Plattform www.dent-net.de haben sich Zahnärzte zusammengeschlossen, die günstigere Leistungen anbieten. Die DAK kooperiert mit dem Anbieter. Auch Zahnarztauktionen sind eine Möglichkeit, an kostengünstigeren Zahnersatz zu gelangen. Die AOK Baden-Württemberg kooperiert mit www.zahngebot.de. Patienten stellen ihren Heil- und Kostenplan ein, Zahnärzte geben ein Angebot ab, der Patient erteilt den Zuschlag.

Studentenkurse: An vielen Unikliniken in Deutschland suchen Studenten der Zahnmedizin Übungspatienten (www.uni-zahnbehandlung.de). Wer als Patient Zeit und Geduld mitbringt, profitiert von einer Versorgung, die wissenschaftlich auf neuestem Stand ist. Die Kasse zahlt auch hier die üblichen Zuschüsse, der Eigenanteil fällt für die Patienten meist geringer aus.

Auslandsbesuch: Zahnärzte in Tschechien, Polen oder Ungarn arbeiten wesentlich günstiger. „Für manche Patienten ist es eine Option, für den Zahnersatz ins Ausland zu reisen“, sagt Henkel. Die Kostenersparnis liegt oft um die 50 Prozent. Viele Zahnärzte haben sich inzwischen auf die Klientel aus Deutschland spezialisiert, verfügen über Deutschkenntnisse und organisieren den Ablauf. „Wenn es zu Reklamationen kommt, sind die im Ausland allerdings kaum geltend zu machen“, gibt Henkel zu bedenken.

Zahnzusatzversicherung: Hohe Kosten für Zahnersatz und andere Behandlungen beim Zahnarzt lassen sich sehr gut mit einer Zahnzusatzversicherung abfedern, die bei Zahnersatz bis zu 90 Prozent und bei Zahnbehandlungen und Prophylaxe die Kosten oft voll übernimmt.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen