Seehofer erwartet Zukunftskonzept von Schaeffler

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Deutsche Presse-Agentur

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) erwartet, dass der hochverschuldete Autozulieferer Schaeffler in dieser Woche ein Zukunftskonzept präsentiert. In einem Telefonat habe er dies mit Eigentümerin Maria-Elisabeth Schaeffler vereinbart.

Dies sagte Seehofer dem Bayerischen Rundfunk (BR). Zugleich betonte der Ministerpräsident, dass das Konzept tragfähig sein müsse, ehe über Staatshilfen diskutiert werden könne. Für ihn stehe die Sicherung der Arbeitsplätze im Vordergrund.

Schaeffler ist wegen der auf Pump finanzierten Übernahme des Konkurrenten Continental hoch verschuldet, hat einen Kapitalbedarf von bis zu sechs Milliarden Euro und bittet um Milliarden-Staatshilfen. Das Familienunternehmen aus Herzogenaurach erarbeitet derzeit mit den Banken ein Konzept zur Zukunft von Schaeffler. In der Branche gilt es als möglich, dass die Banken Kredite in Eigenkapital, also Aktien und Anteile, umwandeln und damit bei Schaeffler faktisch das Sagen bekommen. Für die Eigentümer Maria-Elisabeth Schaeffler und Sohn Georg Schaeffler könnte dann nur noch eine Minderheitsbeteiligung übrigbleiben.

Ob Schaeffler mit Staatshilfen unterstützt werden soll, ist in der Politik weiterhin umstritten. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) erklärte in der „WirtschaftsWoche“, ihm werde grundsätzlich zu viel und zu schnell nach dem Staat gerufen. Dies gelte für Opel ebenso wie für Schaeffler. Auch Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) hat in der „Passauer Neuen Presse“ Staatshilfen für das angeschlagene Industrieunternehmen Schaeffler von einem tragfähigen Zukunftskonzept abhängig gemacht. Staatliche Hilfen für private Unternehmen kämen für ihn aber nur in Ausnahmen in Frage.

Der kommissarische Conti-Chefkontrolleur Werner Bischoff erklärte unterdessen seine Unterstützung für den Schaeffler-Vertrauten Rolf Koerfer als neuen Conti-Aufsichtsratschef. Nach dem Rückzug des bisherigen Aufsichtsratschefs Hubertus von Grünberg am vergangenen Freitag übt der Gewerkschafter von der IG BCE das Amt vorübergehend aus. Dem 51-jährigen Koerfer war aus dem Aktionärskreis ein Interessenkonflikt vorgeworfen worden. Daraufhin hatte das Landgericht Hannover seine Bestellung in den Aufsichtsrat durch das Amtsgericht vorübergehend außer Kraft gesetzt. Die Arbeitnehmerseite hält an Koerfer fest. „Wir erwarten, dass es keine Benachteiligungen für Conti durch sein Verhalten gibt, und stellen uns auf eine längere Spanne mit Herrn Koerfer ein“, sagte Bischoff dem „Handelsblatt“ (Montagsausgabe).

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