Schaeffler-Chefin zu Zugeständnissen bereit

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Deutsche Presse-Agentur

Im Kampf um Staatshilfe für den wirtschaftlich angeschlagenen Autozulieferer Schaeffler ist Eigentümerin Maria-Elisabeth Schaeffler nach einem Zeitungsbericht nun auch zur Einführung von Arbeitnehmer-Mitbestimmung bereit.

Dies gelte auch für eine Mitarbeiterbeteiligung, kündigte Schaeffler nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ (Montag) gegenüber IG- Metall-Chef Berthold Huber an. Auch wolle sie mehr Transparenz gegenüber Beschäftigten und Öffentlichkeit an den Tag zu legen.

Im Gegenzug wolle sich die Gewerkschaft dafür einsetzen, dass die wegen der Conti-Übernahme verschuldete Schaeffler-Gruppe Staatshilfe erhält. Nach Angaben der Unternehmerin ist die Existenz der Autozulieferer Continental und Schaeffler ohne staatliche Überbrückungshilfe gefährdet.

Alle Punkte sollten in einem gemeinsamen Positionspapier zwischen ihr und der IG Metall verbindlich festgeschrieben werden, berichtet die Zeitung. Im Gespräch sei, die Schaeffler KG in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien umzuwandeln. In jedem Fall werde ein Aufsichtsrat eingerichtet, der paritätisch von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite besetzt werden soll.

In der „Bild am Sonntag“ bekräftigte Schaeffler ihre Zusage, staatliche Gelder verzinst zurückzuerstatten. Das Unternehmen werde „alles mit Zinsen auf Heller und Pfennig zurückbezahlen“. Die Abhängigkeit vom Steuerzahler treffe sie persönlich. „Den Staat um Geld zu bitten ist das letzte, was man sich als Unternehmerin wünscht“, sagte Schaeffler. „Ohne eine zeitlich begrenzte finanzielle Überbrückung durch den Staat wird es für die Einheit und Zukunft von Continental und Schaeffler schwierig,“ unterstrich sie.

Eine Zerschlagung des Konzerns würde nicht nur Tausende Arbeitsplätze kosten, sondern hätte auch schwerwiegende Folgen für die Autoproduktion, betonte ihr Sohn Georg Schaeffler in dem Interview. Ihm gehören als persönlich haftender Gesellschafter 80 Prozent an Schaeffler. Das Unternehmen ist mit mehr als zehn Milliarden Euro verschuldet und hofft auf eine staatliche Überbrückungshilfe von vier Milliarden Euro.

Nach Angaben seiner Mutter und Miteigentümerin Maria-Elisabeth Schaeffler finden sich in jedem Auto auf dieser Welt durchschnittlich 60 Teile aus der Schaeffler-Produktion. „Schaeffler/Conti steht für eine industrielle Substanz, die es so weltweit nicht noch einmal gibt“, unterstrich sie. „Eine Störung in unserer Produktion hätte für die Automobilindustrie weltweit schwerwiegende Auswirkungen.“

Dennoch lehnt Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) weiter staatliche Hilfen für Schaeffler ab. „Wir sind nicht dafür da, für Fehlentscheidungen von Milliardären geradezustehen. Es kann jedenfalls nicht sein, dass jemand, der sich verspekuliert hat, auch noch einen Reibach auf Steuerzahlerkosten macht“, sagte Scholz in einem Interview mit dem „Tagesspiegel am Sonntag“.

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