SAP streicht 3.000 Stellen

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Deutsche Presse-Agentur

Europas größter Softwarehersteller SAP weitet angesichts des weltweiten Konjunkturabschwungs das im Oktober gestartete Sparprogramm aus und streicht bis Jahresende rund 3.000 oder knapp sechs Prozent der Stellen.

Mit diesem Schritt will SAP ab 2010 jährlich 300 bis 350 Millionen Euro einsparen. Die Marktbedingen blieben schwierig, teilte das im DAX notierte Unternehmen am Mittwoch in Walldorf mit.

Für dieses Jahr wagt SAP kaum konkrete Prognosen, stellt allerdings eine bereinigte operative Marge zwischen 24,5 und 25,5 Prozent in Aussicht. Das schließt Kosten zwischen 200 und 300 Millionen Euro für den Stellenabbau ein, welche die Marge um zwei bis drei Prozent drücken. Dieser Ausblick enttäuschte den Markt. Vorbörslich wurde die SAP-Aktie leicht im Plus gehandelt, während der Gesamtmarkt deutlich anzog. Marktbeobachter zeigten sich zufrieden mit den Geschäftszahlen, bemängelten aber den Ausblick auf 2009.

"2008 teilt sich in zwei vollkommen unterschiedliche Hälften ein. Das starke erste Halbjahr wurde abrupt von der Finanzkrise beendet. Dennoch haben wir in dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld gut gehalten", sagte Co-Chef Henning Kagermann. "Als die Krise einschlug haben wir rasch reagiert und Maßnahme zur Verringerung der Kosten eingeleitet."

Im vierten Quartal und im Gesamtjahr konnte SAP aber dank der Konsolidierung von Business Objects und des harten Sparkurs, den SAP seit dem Herbst fährt, die Erwartungen erfüllen. Der Umsatz erhöhte sich im vierten Quartal trotz des weltweiten Konjunkturabschwung von 3,24 auf 3,48 Milliarden Euro. Der Umsatz mit Software und software-bezogenen Dienstleistungen, der wichtigste Indikator für die Geschäftsentwicklung, legte von 2,47 auf 2,66 Milliarden Euro zu. Den operativen Gewinn steigerte SAP von 1,1 auf 1,3 Milliarden Euro.

Im vergangenen Jahr erhöhte sich der Umsatz von 10,24 auf 11,73 Milliarden Euro. Der operative Gewinn erhöhte sich von 2,8 auf 3,3 Milliarden Euro. Unterm Strich verdiente die SAP 2,23 Milliarden Euro - und damit 14 Prozent mehr als 2007.

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