Rekordjagd von VW-Finanzdienstleister vorbei

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Deutsche Presse-Agentur

Die Finanzkrise und der Einbruch der Autoverkäufe haben die Rekordjagd der Finanzdienstleistungssparte des Autobauers Volkswagen 2008 gestoppt.

„Neu ist, dass wir Ihnen heute zum ersten Mal kein Rekordergebnis präsentieren können“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen Financial Services AG (Braunschweig), Frank Witter, am Dienstag in Frankfurt. Dennoch lag das Vorsteuerergebnis mit 792 Millionen Euro nur um rund zwei Prozent unter dem Rekord des Vorjahres von 809 Millionen Euro. Der Überschuss sank indes deutlich um fast ein Fünftel (19,5 Prozent) auf 578 Millionen Euro - vor allem wegen eines höheren Steueraufwandes im Zuge der Unternehmenssteuerreform, wie das Unternehmen erklärte.

Für das laufende Jahr zeigte sich Witter trotz trüber Konjunkturaussichten optimistisch: „Grundsätzlich blicken wir zuversichtlich in die Zukunft, auch wenn dieses Jahr sicherlich ein sehr schwieriges wird.“ Aller Voraussicht nach werde das Ergebnis 2009 aber unter dem der Vorjahre liegen.

Auftrieb erhofft sich der nach eigener Darstellung „größte automobile Finanzdienstleister in Europa“ durch die Abwrackprämie für Altautos. „Wir haben zurzeit einen sehr guten Geschäftseingang“, sagte Vertriebsvorstand Lars-Henner Santelmann und führte das auch auf die staatliche Prämie zurück. Im vergangenen Jahr erhöhte sich der Vertragsbestand um 9,3 Prozent auf 5,79 Millionen, bei den Neuverträgen gab es ein Plus von 5,6 Prozent auf 2,04 Millionen. Die Volkswagen Bank direct konnte ihren Kundenbestand um 18,6 Prozent auf 812 000 ausbauen. Die Einlagen summierten sich auf den Rekordwert von 12,83 Milliarden Euro. Aktuell habe die Direktbank etwa 900 000 Kunden.

Witter wehrte sich gegen den Vorwurf, der Anbieter verzerre mit Hilfe staatlicher Gelder den Wettbewerb. Die VW Bank hatte als erste Autobank Unterstützung aus dem staatlichen Rettungsfonds zugesagt bekommen: Der SoFFin gewährte im Februar Garantien über 2 Milliarden Euro. „Wir haben diesen Antrag gestellt 2008 in einer Zeit, sehr vorsorglich, als Refinanzierung an den Märkten fast nicht möglich war“, sagte Witter. Genutzt worden sei der Garantierahmen noch nicht, auch eine Ausweitung der staatlichen Hilfe sei derzeit nicht geplant.

Die Volkswagen Financial Services AG ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Volkswagen AG und steuert mit 6639 (Vorjahr: 6138) Mitarbeitern das internationale Finanzdienstleistungsgeschäft für den Autokonzern. Das operative Geschäft in Deutschland übernehmen die Beteiligungsgesellschaften Volkswagen Bank GmbH, Volkswagen Leasing GmbH und Volkswagen Versicherungsdienst GmbH.

www.vwfs.de

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