Potenziale ausnutzen, Frauen in Führungspositionen bringen

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Engagierte Kämpferin für mehr Frauen in Führungsetagen: Anke Domscheit-Berg, Gründerin von fempower.me. (Foto: Stollberg)
Yannick Dillinger

Engagierte Kämpferin für mehr Frauen in Führungsetagen: Anke Domscheit-Berg, Gründerin von fempower.me, hat beim Symposium „Macht. Führung. Sinn.“ am Freitag in Esslingen Unternehmer dazu aufgerufen, verstärkt weibliche Führungskräfte zu berufen. Wer die besten Köpfe in die Chefetagen holen wolle, dürfe nicht eine Hälfte des vorhandenen Potenzials von vornherein ausblenden.

Die Expertin sieht noch immer ein gehöriges Missverhältnis zwischen den Geschlechtern in den meisten deutschen Unternehmensführungen. Viele Chefs würden lieber Männer zweiter, dritter oder vierter Wahl einstellen statt Frauen erster Wahl. „Dabei führt mehr Vielfalt zu mehr Kreativität. Und mehr Kreativität führt zu Zugang zu anderen Märkten“, so Domscheit-Berg. Der Verzicht auf Frauen in Führungsetagen sei für Unternehmen und Frauen also gleichermaßen bitter.

Ein Problem sieht Domscheit-Berg grundsätzlich gegeben, wenn Stereotype Anwendung fänden. Frauen müssten sich immer für eine Schablone entscheiden: „Entweder sind sie das stilles Mäuschen, oder die Aggressive und Karrieregeile.“ Daran schuld seien nicht nur die Führungskräfte, sondern auch Frauen selbst. „Einige reden ständig über ihre Schwächen. Wieso tun sie das? Bei Snickers steht doch auch nicht gleich drauf 'macht fett'.“

Domscheit-Berg forderte ein neues Bewusstsein und selbstbewusstere Frauen. Immerhin würden Frauen laut einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey drei von vier Führungseigenschaften zur besten Bewältigung großer Herausforderungen häufiger nutzen als Männer. Die Expertin folgerte: Unternehmen profitieren von selbstbewussten Frauen. „Versuchen Sie es, stellen Sie Frauen als Chefs auf Probe ein. Das nimmt Ängste und bestärkt Ihre Mitarbeiterin“, appellierte Domscheit-Berg - um zu guter Letzt zu versichern: „Versprochen: Frauen verlieren auch bei der Geburt eines Kindes nicht ihr Gehirn.“ (sz)

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