Niederländische ING streicht 7000 Jobs

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Deutsche Presse-Agentur

Der niederländische Finanzkonzern ING will nach Milliardenverlusten rund 7000 Stellen streichen und weitere staatliche Hilfen in Anspruch nehmen.

Die Kosten sollen im laufenden Jahr um eine Milliarde Euro sinken, kündigte der Konzern am Montag an. Für das vierte Quartal 2008 erwartet ING Verluste von 3,3 Milliarden Euro. Bezogen auf das gesamte Jahr würden die Netto- Verluste bei einer Milliarde Euro liegen. Als Konsequenz aus den hohen Verlusten trat ING-Vorstandschef Michel Tilmant zurück. Sein Nachfolger soll der derzeitige Vorsitzende des Aufsichtsrates der ING-Gruppe, Jan Hommen, werden.

Mit sofortiger Wirkung werde Vorstandsmitglied Eric Boyer kommissarisch die Aufgaben des Konzernchefs wahrnehmen. Über die Ernennung Hommens zum neuen ING-Spitzenmann sollen die Aktionäre am 27. April abstimmen. Der ING-Konzern, der weltweit rund 130 000 Menschen beschäftigt, hatte im vergangenen Oktober nach erheblichen Verlusten im dritten Quartal eine Kapitalspritze des Staates von zehn Milliarden Euro erhalten.

Von 2010 an sollen jährlich 1,1 Milliarden Euro gespart werden. Um künftige Risiken zu reduzieren, seien mit dem niederländischen Staat Bürgschaften für 80 Prozent der nicht mehr handelbaren Wertpapiere vereinbart worden. Die Regierung übernehme für diesen Teil des 27,7 Milliarden Euro schweren Portfolios das volle Risiko. Damit werde der Staat auch zu 80 Prozent an den Ergebnissen des Portfolios beteiligt.

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