MTU Aero Engines fliegt 2008 Rekordergebnis ein

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Deutsche Presse-Agentur

Der Triebwerksbauer MTU verfällt nach einem Rekordgewinn im vergangenen Jahr trotz der Wirtschaftskrise auch in seinem Jubiläumsjahr nicht in schlechte Stimmung.

Trotz der Einbrüche im Luftfahrtmarkt soll der Umsatz 2009 leicht wachsen, der Gewinn dürfte wegen Investitionen allerdings geringer ausfallen, teilte das im MDAX notierte Unternehmen am Montag bei der Bilanzvorlage in München mit. Vorstandschef Egon Behle zeigte sich "optimistisch, dass sich die MTU auch in einem zunehmend schwierigen Umfeld gut behaupten wird." Für 2008 sollen die Aktionäre eine mit 93 Cent je Aktie stabile Dividende erhalten.

Die MTU-Aktie reagierte am Morgen mit einem Kurssprung auf die Zahlen. Die Aktie legte zu Handelsbeginn um 3,3 Prozent auf 19,11 Euro zu. Kepler-Analyst Pierre Boucheny zeigte sich trotz der überraschend starken Zahlen skeptisch für die zivile Luftfahrtbranche und verspricht sich mehr vom Rüstungsgeschäft.

Auch die MTU-Führung rechnet für die kommenden Monate mit einer schwierigen Entwicklung für die Luftfahrt. Weil die Fluglinien und Leasinggesellschaften Probleme mit der Finanzierung der Flieger hätten, dürften "etliche Bestellungen" mit Liefertermin 2009 und 2010 in die Zukunft verschoben werden, heißt es im Geschäftsbericht. Auch dürften mehr Aufträge storniert werden.

Im abgelaufenen Jahr verdiente MTU indes so viel wie nie zuvor in seiner jetzt 75-jährigen Unternehmensgeschichte. Die Erwartungen der Branchenexperten konnte MTU dabei durchweg übertreffen. Der Überschuss stieg um 16,6 Prozent auf 179,7 Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wuchs um 3,3 Prozent auf 405,7 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte um 5,8 Prozent auf 2,724 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand wuchs binnen Jahresfrist um 21 Prozent auf gut 4 Milliarden Euro.

Vor allem im Wartungsgeschäft konnte MTU den Umsatz 2008 steigern. Die Umsatzrendite ging hier allerdings wie erwartet zurück und liegt nur gut ein Drittel so hoch wie beim Verkauf neuer Antriebstechniken. Auch beim Triebwerksverkauf an Fluggesellschaften stiegen die Erlöse. Im Rüstungsgeschäft, wo MTU unter anderem an den Triebwerken für den Eurofighter und den Tornado beteiligt ist, blieb der Umsatz fast stabil.

Für das laufende Jahr rechnet MTU wegen der Luftfahrtkrise mit einem Rückgang bei Triebwerken für Geschäftsflugzeuge. Auch bei den Antrieben für Verkehrsflugzeuge erwartet der Vorstand kein Wachstum, und das gesamte Ersatzteilgeschäft dürfte seiner Einschätzung nach leicht zurückgehen. Dank des schwachen US-Dollars soll der Umsatz des Konzerns dennoch auf 2,8 Milliarden Euro wachsen. Auf den Gewinn dürften nach Einschätzung des Managements hingegen höhere Forschungs- und Entwicklungsausgaben sowie andere Investitionen drücken. Der Überschuss soll daher auf rund 140 Millionen Euro sinken. Auch bei der Umsatzrendite, die künftig am Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) gemessen wird, rechnet der Vorstand mit einem Rückgang von 12 auf 10 Prozent.

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