Metro mit Deutschland-Geschäft zufrieden

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Deutsche Presse-Agentur

Der Handelskonzern Metro sieht noch keine Einbrüche im Deutschland-Geschäft. „Unsere Geschäfte in Deutschland laufen derzeit noch stabil oder sogar positiv“, sagte Vorstandschef Eckhard Cordes der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

„Für Schwarzmalen besteht kein Anlass.“ Solange die Konjunkturschwäche durch Kurzarbeit aufgefangen werden könne und es nicht zu einem dramatischen Anstieg der Arbeitslosigkeit komme, dürfte sich die deutsche Einzelhandelsbranche in diesem Jahr „einigermaßen gut behaupten“. Metro hatte am Wochenende eingeräumt, in seiner Großhandelssparte die Möglichkeit von Kurzarbeit zu prüfen. Es gebe aber keinen Beschluss zur Einführung von Kurzarbeit in Großhandelsmärkten der Metro in Deutschland, sagte ein Sprecher.

Metro sei mit dem Großhandelsgeschäft nicht zufrieden, sagte Cordes. Der Konzern arbeite daran, die Profitabilität zu erhöhen. Im Januar hatte Metro ein Sparprogramm angekündigt. Davon erhofft sich der Konzern Ergebnisverbesserungen von 1,5 Milliarden Euro bis 2012. Die ersten positiven Effekte dürften im laufenden Jahr bei der Tochter Real zu sehen sein.

Signifikant werde sich das Programm aber nicht vor 2011 auswirken. Der damit einhergehende Wegfall von Stellen solle so weit wie möglich im Zuge der normalen Fluktuation aufgefangen werden, sagte Cordes der Zeitung. Früheren Angaben zufolge stehen 15 000 der weltweit rund 300 000 Arbeitsplätze auf der Streichliste.

Eine mögliche Zerschlagung der Metro-Gruppe bestritt Cordes. „Das ist kompletter Unsinn.“ Der Konzern hatte 2008 die Warenhaus-Tochter Kaufhof zum Verkauf gestellt. Wegen der Krise an den Finanzmärkten hat sich bislang aber noch kein Käufer aus der Deckung gewagt. Metro werde Kaufhof nicht unter Wert verkaufen, stellte Cordes klar.

Der Karstadt-Eigentümer Arcandor galt immer wieder als potenzieller Kandidat für Kaufhof. Allerdings fehlt dem Essener Konzern das Geld. Seit Anfang März führt der frühere Telekom-Manager Karl-Gerhard Eick die Arcandor-Geschäfte. Auf die Frage, ob es mit Eick Gespräche über ein mögliches Zusammengehen geben werde, sagte Cordes: „Wenn Herr Eick um ein Gespräch bitten sollte, ist es selbstverständlich ein Gebot der Höflichkeit, dieser Bitte nachzukommen.“

Die Supermarktkette Real hat Cordes zufolge im vergangenen Jahr ein positives Ergebnis vor Steuern erzielt. Die Tochter hatte in Deutschland zuletzt geschwächelt und wächst vor allem in Osteuropa. Dort halte Real Ausschau nach Übernahmekandidaten, sagte Real-Chef und Metro-Vorstand Joël Saveuse der „Financial Times Deutschland“ (Montag). Branchenkenner sehen nach Zeitungsinformationen in der angeschlagenen russischen Supermarktkette Mosmart den geeigneten Zukauf. Saveuse wollte sich darauf nicht festlegen lassen. Mit Mosmart würde Real dem Bericht zufolge 83 Filialen hinzubekommen. Real hat derzeit 342 Märkte in Deutschland und 90 in Osteuropa.

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