Merkel eröffnet Spielwarenmesse in Nürnberg

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Deutsche Presse-Agentur

Mit einem Aufruf zu mehr Optimismus hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwochabend die 60. Internationale Spielwarenmesse in Nürnberg offiziell eröffnet. Sie hoffe, dass von der Messe ein positives Signal ausgehe, um die Wirtschaftskrise zu bewältigen, sagte Merkel.

„Wir haben den Wiederaufbau geschafft, wir haben die deutsche Einheit geschafft, und wir werden auch diese Krise überstehen.“ Die Spielwarenbranche stehe für Innovationen und weltweiten Austausch. Dies müsse auch in der Rezession so bleiben. „Freier Handel muss auch in Krisenzeiten unser Credo sein“, sagte Merkel. Zugleich stellte sie Staatsbürgschaften für alle strauchelnden Unternehmen mit einem tragfähigen Konzept in Aussicht. Dies gelte auch für den Mittelstand, sagte die Kanzlerin.

Die Spielwarenbranche will sich mit Familienspielen und ökologischen Themen in der Rezession behaupten. „Wir sind eine sehr krisensichere Branche und gehen trotz Finanzkrise optimistisch in die Messe“, sagte der Chef der Nürnberger Spielwarenmesse, Ernst Kick. Knapp 2700 Aussteller aus 60 Ländern werden auf der Spielwarenmesse vom 5. bis zum 10. Februar rund eine Million Produkte präsentieren.

„Am Kind wird zuletzt gespart“, sagte Kick. Um die Zielgruppe der Familien stärker zu erschließen, steht die Messe in diesem Jahr unter dem Motto „Spielen in der Familie“. Nach Kicks Worten fließen daneben zunehmend ökologische Themen in das Spielzeugangebot ein. Für viel Gesprächsstoff sorgte bei Ausstellern und Besuchern unterdessen die Insolvenz des Modelleisenbahn-Herstellers Märklin. Das Unternehmen will auf der Messe aber wie geplant präsent sein.

Mit elektronisch unterstützten Spielen will Ravensburger, einer der größten deutschen Hersteller, auf dem Markt bestehen. Auch in einem Experimentierkasten zu umweltfreundlicher Energie sowie in Lernspielen sieht das Unternehmen Verkaufspotenzial. Insgesamt profitierte Ravensburger von einer regen Inlandsnachfrage, die um gut sechs Prozent zulegte.

„Unsere Spiele, Puzzles und Bücher sind trotz Rezession ein stabiles Geschäft“, sagte Vorstandssprecher Karsten Schmidt. Der Umsatz stieg nach vorläufigen Zahlen um 0,5 Prozent auf 287,3 Millionen Euro. Der Spielehersteller Schmidt Spiele (Berlin) berichtete dagegen von einem nachlassenden Interesse an Puzzles. Wegen eines zweistelligen Rückgangs in dieser Produktgruppe sei der Gesamtumsatz um 2,3 Millionen auf 27,2 Millionen Euro gesunken, teilte das Unternehmen mit.

Lego will seine Marktführerschaft in Deutschland in diesem Jahr weiter ausbauen. „Wir streben einen aggressiven Wachstumskurs an“, sagte Dirk Engehausen, Geschäftsführer für Mitteleuropa, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Mit dem neuen Segment „Lego-Spiele“ will das dänische Unternehmen das Sortiment um Familienspiele erweitern und damit eine neue Zielgruppe erschließen. „Wir hatten ein fantastisches Jahr 2008“, sagte Engehausen. Mit einem Marktanteil von 13,4 Prozent habe Lego seine Position als Nummer eins auf dem deutschen Spielzeugmarkt gestärkt.

Mehr denn je auf den deutschen Markt drängt der nach China zweitgrößte Spielwarenexporteur Hongkong. 2008 seien Spielwaren im Wert von fast 2,5 Milliarden US-Dollar auf den deutschen Markt exportiert worden, berichtete der Zentraleuropa-Direktor des Hong Kong Trade Development Council (HKTDC/Frankfurt), Winchell Cheung, in Nürnberg. Das sei ein Zuwachs um rund 50 Prozent.

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