Mehr Wettbewerb bei Optikern in Sicht

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Deutsche Presse-Agentur

Das Bundeskartellamt hat den Weg für mehr Wettbewerb unter Augenoptikern und möglicherweise billigere Angebote bei Brillengläsern freigemacht.

Die bisher üblichen Preisempfehlungen von großen Herstellern für Brillengläser fallen weg und die Optiker werden ihre Preise künftig zunehmend eigenständig kalkulieren. Die wettbewerbsrechtlich unzulässigen Empfehlungen werde es vom 1. April an nicht mehr gegeben, teilte das Kartellamt am Mittwoch mit. Sie hätten sich wie Festpreise ausgewirkt.

Das Ende der Empfehlungen habe die Behörde in ihrem Verfahren gegen die großen Hersteller Essilor, Rupp und Hubrach, Rodenstock, Zeiss und Hoya erreicht. Auf einen kleineren Anbieter, der sich bisher weigere, der Aufforderung des Amtes zu folgen, werde nun ein förmliches Untersagungsverfahren zukommen.

Brillenglashersteller haben bisher Preisempfehlungen unter Einschluss der Handwerksleistung des Augenoptikers herausgegeben. Nach Auffassung des Kartellamts hat sich ein großer Teil der kleinen und mittelständischen Augenoptiker an diese Empfehlung gehalten. Damit hätten sich die Empfehlung im Markt für die Kunden faktisch wie Fest- oder Mindestpreise ausgewirkt.

Die Aufgabe der Preisempfehlung durch die großen Anbieter wird nach Angaben des Kartellamts allein schon dazu führen, dass in Zukunft etwa 90 Prozent des Brillenglasmarktes „empfehlungsfrei“ sein würden. Die Behörde kündigte an, den Markt weiter unter Beobachtung zu halten. Es werde dabei nicht ausgeschlossen, dass Preisempfehlungen zu einem zukünftigen Zeitpunkt wieder zulässig werden könnten. Dies setze aber voraus, dass sie sich nicht mehr wie Fest- oder Mindestpreise auswirken dürften.

Getrennt von diesem Verfahren läuft beim Kartellamt noch ein Verfahren gegen einzelne Brillenglashersteller und den Zentralverband der Augenoptiker wegen des Verdachts wettbewerbsbeschränkender Absprachen bei Brillengläsern.

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