Mehdorn wegen Datenaffäre zunehmend unter Druck

Lesedauer: 2 Min
Deutsche Presse-Agentur

In der Datenaffäre bei der Deutschen Bahn hat Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) eine umfassende und schnelle Aufklärung verlangt.

„Es geht nicht an, dass immer neue Tatsachen scheibchenweise in die Öffentlichkeit gelangen“, sagte Tiefensee der „Süddeutschen Zeitung“. „Wenn die Bahn sich im Rahmen der Korruptionsbekämpfung, die zweifellos eine wichtige Aufgabe ist, korrekt verhalten hat, dann kann dies ja schnell und umfassend dargelegt werden.“

Das Unternehmen hatte eingeräumt, 2002 und 2003 heimlich 173 000 Mitarbeiter auf Korruptionsverdacht überprüft zu haben. Dies geschah mit einem Abgleich von Mitarbeiterdaten wie Wohnadressen, Telefonnummern und Bankverbindungen mit jenen von 80 000 Firmen, die Auftragnehmer der Bahn waren.

Der Aufsichtsrat des Unternehmens will nach Angaben der Zeitung unabhängige Ermittler mit einer Untersuchung beauftragen. Geplant sei, eine große Anwaltskanzlei oder eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft einzuschalten. Aufsichtsratschef Werner Müller habe Bahnchef Hartmut Mehdorn aufgefordert, dem Kontrollgremium „noch einmal umfassend zu diesem Themenkomplex zu berichten“, sagte ein Sprecher Müllers der Zeitung.

Der CDU-Verkehrsexperte Dirk Fischer sagte der „Berliner Zeitung“, Mehdorn trage eine hohe Verantwortung für die Vorfälle: „Mehdorn kann auf keinen anderen zeigen und sagen, der hat das gemacht, ohne dass ich das wusste.“ Eine Rücktrittsforderung wolle er aber noch nicht aussprechen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen