Medien: Kein „Auto-Zar“ für kriselnde US-Autobauer

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Deutsche Presse-Agentur

US-Präsident Barack Obama hat sich laut Medienberichten vom Plan eines mächtigen Sonderbeauftragten für die schwer angeschlagene Autoindustrie verabschiedet.

Statt eines sogenannten „Auto-Zaren“ wolle er ein Gremium zum Umbau der taumelnden US-Autobauer General Motors und Chrysler einsetzen, berichtete unter anderem die „New York Times“ in ihrer Internetausgabe unter Berufung auf ein hohes Regierungsmitglied. An diesem Dienstag müssen beide Hersteller ein Sanierungskonzept vorlegen. Die Regierung will dann entscheiden, ob sie weiter Unterstützung gewährt. Derweil verhandeln die Hersteller immer noch mit Gewerkschaften und Gläubigern.

US-Finanzminister Timothy Geithner und der Vorsitzende des Nationalen Wirtschaftsrates, Lawrence Summers, sollen das Gremium leiten. Geithner soll auch die Verwendung des 17,4 Milliarden Dollar (13,6 Milliarden Euro) staatlicher Kredite für GM und Chrysler überwachen.

Unterdessen droht die Unterstützung der Autoindustrie für die neue US-Regierung immer mehr zu einem Fass ohne Boden zu werden. Die Autozulieferer fordern Hilfen von mindestens 18,5 Milliarden Dollar, weil sie von den Produktionsstopps der großen US-Hersteller getroffen sind. Der Opel-Mutterkonzern GM benötigt laut einem Zeitungsbericht mindestens fünf Milliarden Dollar mehr, um das erste Quartal zu überleben. Chrysler will nach bisherigen Informationen um weitere drei Milliarden Dollar bitten.

GM und Chrysler hängen bereits am Tropf der Regierung. GM bekam bisher 13,4 Milliarden Dollar und Chrysler vier Milliarden Dollar. Laut „Wall Street Journal“ ist die Lage dramatisch: Fließe kein Geld vom Staat, drohe dem größten US-Autobauer trotz der bisher gewährten Kredite die Insolvenz, schrieb die Zeitung unter Berufung auf informierte Personen. Bei der ums Überleben kämpfenden Opel-Mutter brachen die Verkäufe im Januar um rund die Hälfte ein, bei Chrysler sogar noch stärker.

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