Märklin-Investor geht gegen Insolvenzverwalter vor

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Deutsche Presse-Agentur

Beide hätten unwahre Behauptungen über das Geschäftsvorgehen verbreitet, teilte Kingsbridge am Dienstag in Göppingen mit. Zunächst habe der Investor die Anwälte daher aufgefordert, diese Behauptungen künftig zu unterlassen. Weitere rechtliche Schritte erfolgten mit hoher Wahrscheinlichkeit, sagte ein Sprecher. Die vorläufigen Insolvenzverwalter wollten sich dazu zunächst nicht äußern. „Wir äußern uns erst, wenn das geprüft worden ist“, sagte einer Sprecherin auf Anfrage.

Zugleich wurde bekannt, dass der Geschäftsführer des Märklin-Werks in Ungarn, Karlheinz Menrad, entlassen wurde. Die Sprecherin bestätigte einen entsprechenden Bericht der „Südwest Presse“. Gründe wollte sie jedoch nicht nennen. Nach Angaben der Zeitung soll Menrad kurz vor der Insolvenz rund 104 000 Euro an die Adler Toys Beteiligungs GmbH überwiesen haben. Chef dieser von der Insolvenz nicht betroffenen Märklin-Dachgesellschaft sei er selbst, heißt es in dem Bericht.

Kingsbridge wehrt sich gegen eine Äußerung Plutas von Anfang Februar. Damals hatte er gesagt, Märklin habe in den vergangenen drei Jahren für Berater mehr als 40 Millionen Euro ausgegeben. Diese Behauptung sei „unwahr und um ein vielfaches von den tatsächlich geleisteten Zahlungen entfernt“, teilte Kingsbridge mit. Außerdem hatte Pluta vor wenigen Tagen in einem Interview mit der „Financial Times Deutschland“ gesagt, Kingsbridge habe Zwischengesellschaften aufgebaut, um zu verhindern, dass jemand rückwärtsgehe und die Geldgeber in Haftung nehme. „Diese Aussage ist falsch“, heißt es in einem Schreiben der Kingsbridge-Anwälte an die vorläufigen Insolvenzverwalter. Die Äußerung sei zudem ehrschädigend, weil sie unterstelle, dass Kingsbridge von vornherein mit der Entstehung von Haftungsansprüchen gerechnet habe.

Auch gegen Äußerungen Zankers habe Kingsbridge rechtliche Schritte eingeleitet. Dieser hatte laut Medienberichten am vergangenen Wochenende gesagt, Kingsbridge habe Märklin systematisch ausbluten lassen. Darüber hinaus habe Kingsbridge einzelnen Personen bei Märklin „Schweigegeld“ gezahlt, um dieses Vorgehen geheim zu halten. Auch diese Behauptung sei frei erfunden, heißt es in dem Schreiben der Kingsbridge-Anwälte. „Die damit verbundene Kriminalisierung [...] ist unverantwortlich.“

„Die Behauptungen des Insolvenzverwalters sind absurd und völlig unwahr“, teilte Mathias Hink, Partner von Kingsbridge, mit. Es sei möglicherweise nicht alles richtig gemacht worden. Dennoch habe der Investor alles versucht, um für das zum Zeitpunkt der Übernahme bereits vor der Insolvenz stehende Unternehmen Märklin eine Zukunft zu schaffen.

Anfang Februar hatte der Spielwarenhersteller Märklin Insolvenz angemeldet. Betroffen davon sind derzeit nur die deutschen Standorte. Märklin beschäftigt nach eigenen Angaben insgesamt 1300 Menschen, in Deutschland sind es rund 650 in Göppingen und etwa 60 in Nürnberg.

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