LBBW könnte wieder schwarze Zahlen schreiben

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Deutsche Presse-Agentur

Ob nach den internationalen Bilanzierungsstandards IFRS wieder ein Gewinn erwirtschaftet werde, hänge von der Entwicklung am Kapitalmarkt ab, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa aus Finanzkreisen. „Wie sich die Werte der Wertpapierportfolien entwickeln kann man Ende März endgültig sagen.“ Wenn es hier schlecht laufe, könne es unter dem Strich auch noch einmal einen Verlust geben. Operativ schrieb die LBBW in diesem Zeitraum schwarze Zahlen.

Im vergangenen Jahr hatte der Branchenprimus vorläufigen Zahlen zufolge 2,1 Milliarden Euro Verlust gemacht. Die Bilanz will LBBW-Chef Siegfried Jaschinski am Dienstag (31. März) in Stuttgart vorlegen. Es wird erwartet, dass er dabei auch Aussagen zum ersten Quartal macht. Außerdem wird der Vorstandsvorsitzende voraussichtlich zumindest eine vorsichtige Indikation für das laufende Jahr geben, eine konkrete Prognose wird er aber wohl nicht wagen.

Gut läuft derzeit nach dpa-Informationen das Kapitalmarktgeschäft und das Firmenkundengeschäft. Sorgen machen der Bank dagegen stark im Wert schwankende Wertpapiere und eine deutlich gestiegene Risikovorsorge. Diese wurde für das laufende Jahr auf rund 800 Millionen erhöht und ist damit mehr als vier Mal höher als 2007. Mit dieser Maßnahme will sich die Bank gegen mögliche Kreditausfälle absichern. Da die Finanzkrise zunehmend auf die Realwirtschaft übergreift, steigt die Gefahr, dass Kreditnehmer ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen können.

Ein weiteres wichtiges Thema wird am Dienstag voraussichtlich auch die künftige Ausrichtung der LBBW sein. Nach dem Willen der Träger - Land Baden-Württemberg, landeseigene L-Bank, Stadt Stuttgart, Sparkassen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz - soll das Kreditersatzgeschäft abgeschmolzen werden. Im Gegenzug dazu soll vor allem das gehobene Kundengeschäft ausgebaut werden. Außerdem muss die Bank in den nächsten Jahren rund 150 bis 170 Millionen Euro jährlich einsparen.

Die Träger ringen derzeit um eine Kapitalerhöhung von fünf Milliarden Euro für das Geldhaus. Damit soll die zuletzt deutlich geschrumpfte Eigenkapitalquote wieder aufgepolstert werden.

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