LBBW erhöht Risikovorsorge auf 800 Millionen Euro

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Deutsche Presse-Agentur

Die größte deutsche Landesbank LBBW rüstet sich mit einem dicken Polster von rund 800 Millionen Euro gegen mögliche Kreditausfälle. Mit dieser deutlichen Erhöhung der Risikovorsorge wolle man dafür sorgen, „absolut auf der sicheren Seite zu sein“.

Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa am Freitag aus Finanzkreisen. Im Vergleich zu 2007 hat sich die Summe damit mehr als vervierfacht - damals lag der Betrag bei 186 Millionen Euro. Vor einigen Wochen hatte es in Finanzkreisen geheißen, 2008 habe sich die Risikovorsorge auf mehr als 500 Millionen Euro erhöht.

Baden-Württembergs Sparkassen-Präsident Peter Schneider sagte den „Stuttgarter Nachrichten“ (Samstag), diese Entwicklung sei kein Widerspruch zu den derzeit gut laufenden Geschäften: „Wir kommen an Kunden, die wir vorher nicht hatten und das zu Konditionen, die das Risiko abbilden“, sagte Schneider, der auch Vorsitzender des Verwaltungsrates der LBBW ist, dem Blatt.

Grund für den rapiden Anstieg sind Informationen aus Finanzkreisen zufolge vor allem sinkende Bonitätsnoten für Unternehmen. Da die Finanzkrise zunehmend auf die Realwirtschaft übergreift, steigt die Gefahr, dass Kreditnehmer ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen können.

Um die Deckelung der Vorstandsbezüge bei der LBBW bahnt sich unterdessen eine Auseinandersetzung zwischen den Trägern an. Schneider kündigte in den „Stuttgarter Nachrichten“ an, nicht den Vorgaben des baden-württembergischen Landtags und des Gemeinderats zu folgen. Der Verlust von 2,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr sei durch die Finanzmarktkrise und nicht durch Fehlleistungen des Managements verursacht. Die geforderte Deckelung der Gehälter auf 500 000 Euro sei nicht umsetzbar. „Ich bin leidenschaftlich dafür, dass wir Verträge einhalten.“ Bei der LBBW orientierten sich die Bonuszahlungen an den Unternehmenszielen, es gebe aber keine direkte Koppelung. Die LBBW-Vorstände wüssten jedoch, „dass 2008 vom Ergebnis her ein wirkliches schlimmes Jahr war. Von daher können sie keine Boni erwarten.“

Die Haupteigner - das Land Baden-Württemberg, die baden- württembergischen Sparkassen und die Stadt Stuttgart - haben in dieser Woche den Weg für eine Kapitalerhöhung von rund fünf Milliarden Euro freigemacht. Am kommenden Dienstag entscheiden die Sparkassen in Rheinland-Pfalz, die 4,9 Prozent an dem Institut halten, ob sie ebenfalls bei der Kapitalerhöhung mitziehen. Damit soll die zuletzt auf rund sechs Prozent geschrumpfte Eigenkapitalquote der LBBW auf acht bis neun Prozent angehoben werden.

(Der Beitrag der „Stuttgarter Nachrichten“ lag dpa in redaktioneller Fassung vor.)

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