Kommentar zu Gabriels neuem Posten: „Kaum nachvollziehbare Kehrtwende“

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 Autor Mischa Ehrhardt.
Autor Mischa Ehrhardt. (Foto: OH)

Aus Sicht des Geldhauses mag es ein gelungener Coup sein, Sigmar Gabriel in das Aufsichtsratsgremium zu holen. Ohne Zweifel ist er durch seine politischen Ämter gut vernetzt. Und als Wirtschaftsminister und in seinen früheren Aufsichtsratstätigkeiten der staatlichen Bankengruppe KfW und bei VW ist ihm unternehmerisches Handeln nicht fremd. Allerdings wirkt die Kehrtwende Gabriels auf den Außenstehenden frappierend. Damals stand er als Politiker noch hinter den Plänen seiner Partei, Großbanken zu zerschlagen. Heute lobt er das Geschäftsmodell der nach wie vor systemrelevanten und obendrein kriselnden Bank. Noch vor drei Jahren wirft er der Bank vor, „Spekulantentum als Geschäftsmodell“ zu betreiben. Heute ist es ihm eine „große Ehre“, künftig für das Geldhaus zu arbeiten. Die Bank gilt ihm nun als wichtiger Gestalter der hiesigen und europäischen Wirtschaft. Solche Kehrtwenden sind kaum nachvollziehbar. Und sie sind – nicht nur für gebeutelte SPD-Anhänger – schwer verdaulich.

wirtschaft@schwaebische.de

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