Kaum noch Hoffnung für Saab

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Deutsche Presse-Agentur

Mit der erneuten Verweigerung von Staatshilfe haben sich die Überlebenschancen des insolventen schwedischen Autoherstellers Saab massiv verschlechtert.

Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt stellte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur TT in Stockholm klar, dass seine Regierung die vom Saab-Mutterkonzern General Motors (GM) gewünschte Soforthilfe zur vorläufigen Fortsetzung der Produktion ablehnt. Die Chancen auf eine Zukunft zusammen mit der ebenfalls um ihr Überleben kämpfenden deutschen GM-Tochter Opel wurden in Stockholm als minimal eingestuft.

GM hatte bei der Einreichung des Insolvenzantrages für Saab erklärt, man wolle die Produktion mit 4100 Beschäftigten vorerst mitfinanzieren, wenn auch der schwedische Staat helfe. Reinfeldt sagte dazu, seine Regierung werde „am derzeitigen Prozess nicht aktiv teilnehmen, solange unklar ist, wer Saab als Eigner übernimmt“. Es sei offensichtlich, dass GM „alles tut, um Kosten abzuwälzen“. Auch eine komplette oder teilstaatliche Übernahme lehnt Stockholm ab.

Saab-Konzernchef Jan-Åke Jonsson kündigte in Interviews an, sein Unternehmen wolle die bisher bei Opel geplante Produktion des neuen Saab-Modells 9.5 nach Schweden zurückholen. Vom Sommer an sollten in Rüsselsheim jährlich 30 000 Wagen dieses Typs gefertigt werden. Jonsson meinte weiter, Saab strebe grundsätzlich kein Zusammengehen mit Opel an.

Die Aussichten für das Jonsson angepeilte Überleben eines selbstständigen Herstellers Saab wurden von Regierungsvertretern als unrealistisch eingestuft. Der kleine schwedische Autobauer mit einer Jahresproduktion von 94 000 Wagen (2008) hat als GM-Tochter seit 1990 fast jedes Jahr Verluste eingefahren.

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