Japan plant neue massive Konjunkturspritzen

Lesedauer: 3 Min
Deutsche Presse-Agentur

Japan will mit zusätzlichen Konjunkturspritzen in Milliardenhöhe aus der schwersten Rezession der Nachkriegszeit finden.

Ministerpräsident Taro Aso wies die Koalitionsparteien laut der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo an, weitere umfangreiche Maßnahmen bis Ende des Monats auszuarbeiten.

Demnach dürfte das neue Konjunkturpaket einen Umfang von 100 Billionen Yen haben (805 Milliarden Euro) haben, wobei sich die Neuausgaben dabei auf 15 bis 20 Billionen Yen beliefen. Finanzminister Kaoru Yosano zufolge dürfte Aso darüber auch beim Gipfeltreffen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer am 2. April in London sprechen.

Laut Finanzminister Yosano stehen Tokios Pläne im Einklang mit dem Aufruf von US-Finanzminister Timothy Geithner, der von den G20-Mitgliedsstaaten „substanzielle“ Konjunkturprogramme gefordert hatte, um die Nachfrage anzukurbeln. Geithner erinnerte daran, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) krisengeschüttelten Staaten dazu geraten hatte, in diesem und ihm nächsten Jahr zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Konjunkturprogramme aufzuwenden.

Japan als zweitgrößte Wirtschaftsnation der Welt hat bereits Konjunkturpakete im Volumen von 75 Billionen Yen ausgearbeitet, wobei sich die dafür vorgesehenen frischen Staatsausgaben auf 12 Billionen Yen oder rund zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts belaufen. Dafür sollen zwei Nachtragshaushalte und das Budget für das am 1. April beginnende Fiskaljahr dienen. Zur Finanzierung der geplanten weiteren Maßnahmen ist laut Kyodo schon ein Nachtragsetat für 2009 angedacht.

Japans Wirtschaft war im Schlussquartal 2008 mit einer Jahresrate von 12,1 Prozent geschrumpft. Damit ist Japans Wirtschaftsleistung angesichts eines beispiellosen Exporteinbruchs so stark gesunken wie seit der Ölkrise vor 35 Jahren nicht mehr. Nach Einschätzung von Ökonomen wird sich die Lage für das binnenwirtschaftlich schwache Land erst dann verbessern, wenn sich die Nachfrage auf den beiden wichtigsten Auslandsmärkten USA und China wieder erholt. Daher ruht die Hoffnung auch auf den dort geschnürten Konjunkturpaketen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen