IWF: Erste Erholungsanzeichen auf Island

Lesedauer: 2 Min
Deutsche Presse-Agentur

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht auf Island erste Erholungsanzeichen für das durch die Finanzkrise schwer angeschlagene Land. Island konnte sich nur durch Kredite des IWF und anderer vor dem drohenden Staatsbankrott retten.

Der Repräsentant des Fonds auf der Nordatlantik-Insel, Mark Flanagan, sagte am Freitag in Reykjavik, die Inflation habe ihren Höhepunkt nun überschritten, und der Kurs der Landeswährung Krone sei stabilisiert. Über die zu erwartende Entwicklung ab Jahresmitte sagte er: „Die Dinge werden sich positiver entwickeln.“

Seit dem Zusammenbruch der drei größten isländischen Banken im vergangenen Oktober haben die 320 000 Bürger des Landes neben gigantischen Staats- und Privatschulden mit einer Inflationsrate von fast 20 Prozent und den Folgen eines drastischen Währungsverfalls zu kämpfen. Die Leitzinsen betragen 18 Prozent.

Der IWF-Vertreter sagte, es gebe nun wieder Möglichkeiten für niedrigere Zinssätze. Auch könnte es bald wieder möglich sein, die derzeit geltenden Beschränkungen beim Kauf von Devisen zu lockern oder aufzuheben.

Nach der Gewährung des IWF-Kredits über zwei Milliarden Dollar (1,5 Milliarden Euro) trifft die Regierung in Reykjavik keine wichtigen finanzpolitischen Entscheidungen gegen den Willen des Fonds. Hinter den Kulissen hat die Regierung der sozialdemokratischen Ministerpräsidentin Jóhanna Sigurdardóttir seit Wochen auf eine Senkung der Leitzinsen gedrängt, war aber bisher beim IWF auf Ablehnung gestoßen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen