Handel erhofft sich gutes Geschäft vom WSV

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Deutsche Presse-Agentur

Mit deutlichen Rabatten im Winterschlussverkauf will der Einzelhandel seit Montag der Wirtschaftskrise ein Schnippchen schlagen.

„Das große Geschäft geht erst noch los, aber wir gehen von einem guten Start aus“, sagte Branchensprecher Hubertus Pellengahr der dpa in Berlin. Viele Geschäfte locken die Kunden mit Preisnachlässen von 70 Prozent und mehr. Mehr als zwei Drittel der insgesamt rund 400 000 Händler beteiligen sich nach Angaben des Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) an der zweiwöchigen Aktion. Neben dem Modehandel haben auch Möbelhäuser, Parfümerien oder Elektronikketten ihre Preise teils drastisch gesenkt.

„Das Wetter scheint mitzuspielen und die Preisnachlässe sind einfach gewaltig und dürften den Nerv der Kunden angesichts der heraufziehenden Krise treffen“, sagte Pellengahr. Der Montag sei zwar der Start des Schlussverkaufs, aber nicht der Höhepunkt. Diesen erwartete Pellengahr am Wochenende. Der Einzelhandel mit seinen etwa 2,7 Millionen Beschäftigten blieb bisher von der Konjunkturkrise weitgehend verschont. Die Umsätze sanken im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr real um rund 0,5 Prozent.

„Wir kommen uns langsam vor wie der Muntermacher der Nation“, sagte Pellengahr und setzte auf einen „ordentlichen“ Umsatz in den kommenden zwei Wochen. Vom zweiten Halbjahr 2009 an wird der Handel laut Pellengahr voraussichtlich stärker von der Wirtschaftskrise erfasst. Eine genaue Prognose für 2009 will der HDE aber erst im Februar abgeben.

Schnäppchenjäger sollten beim Einkauf gut aufpassen. Die Berliner Verbraucherzentrale wies darauf hin, dass Kunden nicht auf einen Umtausch bestehen können, wenn ihnen ein gekauftes Produkt nicht gefällt. Trotzdem müsse die Ware fehlerfrei sein, dafür haften die Verkäufer zwei Jahre lang. Wichtig sei auch hier, den Kassenzettel aufzubewahren. Dies gelte jedoch nicht bei Produkten mit kleinen Fehlern oder aus zweiter Wahl. Unzulässig sei es nach wie vor, Sonderangebote ohne erneute Preisminderung als Schlussverkaufsware anzubieten. Der Verband rief dazu auf, solche Fälle den Verbraucherschützern zu melden.

Der Schlussverkauf nach strengen rechtlichen Vorgaben wurde bereits Anfang 2004 abgeschafft. Auf freiwilliger Basis spielt er aber noch immer eine Rolle und wird jeweils zum Ende der Saison im Sommer und im Winter veranstaltet.

[HDE]: Am Weidendamm 1 A, 10117 Berlin

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