Gewinne am deutschen Aktienmarkt

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Deutsche Presse-Agentur

Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag auch dank positiv aufgenommener Unternehmenszahlen Gewine verzeichnet. Der Leitindex DAX stieg bis zum Mittag um 0,64 Prozent auf 4.232,05 Zähler.

Der MDAX der mittelgroßen Werte rückte um 1,06 Prozent auf 5.004,53 Punkte vor. Beim Technologiewerte-Index TecDAX standen Gewinne von 1,22 Prozent auf 485,85 Zähler zu Buche. Im Fokus stand laut Händlern eine ganze Flut von Zahlen mit der Postbank an der Spitze. Am Nachmittag kämen zudem noch einige potenziell marktbewegende Konjunkturdaten aus den USA.

"Es scheint, als ob die Bodenbildung des Marktes sich fortsetzt", sagte Marktanalyst Frank Geilfuß vom Bankhaus Löbbecke & Co. Begünstigt werde diese Entwicklung durch einige positiv aufgenommene Unternehmenszahlen sowie das charttechnische Bild beim DAX: "Sollte er über der Zone bei 4.180/85 Punkten bleiben, wäre das ein positives Signal." Das Handelsvolumen sei aktuell zwar eher dünn, aber schon besser als an den vergangenen Tagen.

Titel der Postbank übernahmen mit Gewinnen von 6,63 Prozent auf 9,33 Euro die Führung im DAX. Die Finanzkrise drückte das Institut zwar 2008 erstmals in seiner jüngeren Geschichte wie erwartet tief in die roten Zahlen. Für 2009 ist die Postbank aber vorsichtig optimistisch und sieht weder weiteren Kapitalbedarf noch eine Notwendigkeit, auf staatliche Garantien zurückzugreifen. Einige Marktteilnehmer nannten die Zahlen "weniger schlimm als befürchtet".

MAN-Aktien legten um 4,80 Prozent auf 34,48 Euro zu. Der Nutzfahrzeug- und Motorenhersteller steigerte im vergangenen Jahr Umsatz sowie Gewinn und erfüllte seine selbst gesteckten Ziele. Die schleppende Nutzfahrzeugnachfrage belastet jedoch den Ausblick auf das laufende Jahr. Börsianer taten sich mit einer fundamentalen Begründung für die Kursentwicklung schwer. Ein Händler sah die Zahlen "mehr oder weniger im Rahmen der Erwartungen". Von einem weiteren Börsianer hieß es, dass die Aktien von einer charttechnischen Unterstützung bei 30 bis 32 Euro aus nun nach den Zahlen vorsichtig gekauft würden.

Aktien von Fresenius Medical Care (FMC) verteuerten sich nach Zahlen um 1,49 Prozent auf 34,70 Euro. Der zum Gesundheitskonzern Fresenius gehörende Dialysespezialist konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut Rekordwerte erzielen und Umsatz sowie Ergebnis steigern. Die Zahlen lägen aber im Rahmen der Markterwartungen bis leicht darunter und auch der Ausblick bleibe etwas hinter den Analystenschätzungen zurück, sagte ein Händler.

Für Papiere der MDAX-notierten FMC-Mutter Fresenius ging es um 1,48 Prozent auf 43,30 Euro hoch. Laut Händlern gingen von den schwächer als erwartet ausgefallenen Zahlen für 2008 und dem Ausblick für das laufende Jahr eher negative Impulse aus. Dagegen bewerten sie die Nachricht leicht positiv, dass der Gesundheitskonzern der Zulassung von "Removab" in der Europäischen Union (EU) einen Schritt näher gekommen ist, nachdem die Europäische Arzneimittelbehörde EMEA sich für die Zulassung des Medikaments zur Behandlung von Bauchwassersucht bei Tumorerkrankungen ausgesprochen hat.

Anteilsscheine von Continental legten um 3,41 Prozent auf 13,66 Euro zu. Händlern zufolge fielen die Geschäftszahlen zwar etwas schwächer als erwartet aus, dies rücke aber in den Hintergrund. Zu schwer wögen die Fragen nach der Zukunft des Konzerns unter dem neuen Großaktionär Schaeffler, nachdem sich das fränkische Familienunternehmen bei der Übernahme der deutlich größeren Conti übernommen hat. Händlern verwiesen auch auf die deutlich zurückgegangenen Umsätze in der Conti-Aktie, die Kursbewegungen überzeichne.

Im TecDAX gewannen Papiere von centrotherm photovoltaics 2,63 Prozent auf 16,40 Euro. Einem Händler zufolge fielen die Geschäftszahlen des auf Solartechnik spezialisierten Anlagenbauers für 2008 etwas besser als erwartet aus. So habe der Umsatz leicht positiv überrascht, und auch der Auftragseingang sei nicht so schwach wie erwartet. Der Umsatzausblick für 2009 sei wie vorhergesagt ausgefallen. Insgesamt dürfte das Zahlenwerk wieder etwas Vertrauen in die Aktie zurückbringen, kommentierte der Börsianer.

Freenet-Titel legten um 2,87 Prozent auf 3,94 Euro zu. Der Telekommunikationsanbieter verdiente 2008 operativ etwas weniger als im Vorjahr, unter dem Strich blieb aber aber deutlich mehr übrig. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im vierten Quartal scheine leicht unter seiner Schätzung zu liegen, kommentierte ein Analyst. Doch da die Zahl konservativ berechnet worden sein dürfte, gehe er für 2009 vom vierfachen EBITDA des abgelaufenen Quartals zuzüglich einiger Synergieeffekte aus - damit sollte seine Schätzung für das laufende Jahr Bestand haben.

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